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- Die LSK/LV-

 
 
- Reorganisation der LV in Westrichtung in der DDR-( 53. FRBr/ 23.FRBr )-
 
 
 
         
  „ Entsprechend der Festlegungen im Maßnahmeplan der LSK/LV waren auch für das FRR-13 Stellungsneubauten vorgesehen zur Verbesserung der Feuermöglichkeiten in geringen Höhen ( gegen CM ) und zur Erhöhung des Deckungsgrades.
Diese Positionen sind auch durch uns unstrittig, da aus den einschlägigen Maßnahmeplänen ersichtlich.

Wir gehen jedoch ein Stück weiter:
Ausgangslage ist ein Schreiben des OK der Streitkräfte WV an den Min. f. NV der DDR von 1981 unter Bezug auf eine vertrauliche Absprache auf einer Tagung des Komitees der Verteidigungsminister WV, mit der Forderung zur Aufstellung einer Nordwestlichen Fla-Raketen-Brigade bis 2000 in der Struktur 4xS-75 , 4x-S125 und 1xS-200.
Dieses Schreiben wurde uns in Moskau bereits im Jahre 2009 zugänglich gemacht- seidem sind wir um eine Ausnahmegenehmigung zur Erlangung einer Kopie bemüht.

Gemäß der dokumentierten Forderungen des Vereinten Oberkommandos sollte die NVA eine VIERTE Fla-Raketen Brigade an der Westgrenze aufstellen.

Diese VIERTE Fla-Raketenbrigade sollte als 53. FRBr aus dem Bestand des FRR-13 entstehen.

Zusätzlich kam der Aspekt der Beauftragung der Ausbaus der Fernmeldekabelkapazitäten im Großraum Schwerin, da die bisherige Situation an öffentlichen Fernmeldekabeln eine größere Bereitstellung der dann notwendigen Draht-Nachrichtenverbindungen nicht zulies.
Zudem wurde zur Sicherung der Sicherstellung die Richtfunkbetriebsstelle 10 als posttypische Übertragungsstelle Parchim Üst 4 eingerichtet.

Infolge des Einsatzraumes in nordwestlicher Richtung mussten die zusätzlichen Stellungen quasi in Sichtweite der bestehenden FRA entstehen.

In diesem Sinne sollten in wenigen Kilometer Abstand von den bestehenden FRA der Neubau von Vier neuen FRA erfolgen !
Nach den Informationen der Gruppe Landesvorbereitung ( eine handschriftliche Aktennotiz zu dem Vorgang) waren die Standorte lokalisiert und zum Teil mit Baumaßnahmen belegt worden. Diese Maßnahmen konnten jedoch bis 03.10.1990 in keiner Weise vollendet werden.
Offensichtlich brachte diese Aussage von uns etwas Verwirrung-- hier ging es nicht um Baumaßnahmen zur Schaffung von Stellungen oder Kasernen- sondern um Baumaßnahmen im Fernmeldebereich zur Stationierungsvorbereitung.
Nach unserer Lesart wäre klar, dass nur Fernmeldebaumaßnahmen betreut werden und keine Infrastruktur zum Stellungsbau.

Die bekannten Ursachen zur Verzögerung in der Voll- Aufstellung der 51.FRBr führten auch zu Verzögerungen hinsichtlich der 53. FRBr.

Neben dem geplanten Neubau von Objekten/Stellungen erfolgte auch eine einsatzmäßige Verbesserung von Feuerstellungen S-75-- wie bereits oben angeführt .
Diese Strukturmaßnahmen standen nach unseren Informationen jedoch auch im "Forderungsplan zur Bildung einer 53.FRBr" des VOK - zwecks Vervollkommnung von Einsatzgrundsätzen.
Mit Sicherheit kann davon ausgegangen werden, dass dazu weder Dokumente in privatem Besitz sind- noch Angehörige des FRR-13 umfänglich in Maßnahmen des VOK eingebunden waren .

Beispiel: FRA Krudopp, FRA Leppin

Es war nach oben benanntem Schreiben ursprünglich keine FRA mit Komplex S-300PMU vorgesehen ( wie 4351 Retschow).
Nach unseren Informationen aus dem " Plan der Maßnahmen zur Reorganisation der Luftverteidigung in Westrichtung" wurde jedoch etwa ab 1987/88 für Leppin mit der Option zur Stationierung von S-300PMU gearbeitet.

Wir bitten einen weiteren wichtigen Aspekt zu beachten: Im Jahre 1988 vollzog der Oberbefehlshaber der Truppen der Luftverteidigung der SU ( und der Staaten des Warschauer Vertrages ) Armeegeneral Tretjak zwei Tagungen in Strausberg zur Reorganisation der Luftverteidigung in Westrichtung.
Im zweiten Tagungsintervall im Tagungszentrum (TAZ) des MfNV stellte AG Tretjak den bisherigen Planungsstand vor. Die Teilnehmer spezieller Einzeltagungen waren dienststellungsgebunden befohlen. Von Seiten der LSK/LV NVA waren nur der Chef LSK/LV GO Reinhold als Befehlshaber der 3. Luftarmee sowie der Chef des Stabes GL Berger zugelassen.
GO Reinhold brachte zwar seinen Chef LV/FRT GM Kronig mit - dieser wurde jedoch von AG Tretjak für dieses spezielle Tagungssegment nicht zugelassen.
Insofern können aus dem Bereich FRT des Kdo LSK/LV auch keine detaillierten Kenntnisse zu den dort vorgetragenen und besprochenen Einzelheiten vorliegen.
Die einzigen Personen die umfassende Kenntnisse über Detailfragen der Reorganisation der Luftverteidigung in der DDR ab 1988 hatten, sind zwischenzeitlich verstorben.
Sämtliche Dokumente dazu wurden 1990 an die GSSD/WGT zurück geführt.
Das derzeitige Wissen zu diesen Umstrukturierungsprozessen haben nur noch Personen, die in bestimmten Teilbereichen mit dem Umsetzung der Vorgaben aus der Tagung im TAZ breauftragt waren.
Wir halten die Umstände, dass Personen ohne Zugang oder Kenntnis zur Problematik dieser Reorganisation der Luftverteidigung sich in verschiedenster Formen gegenteilig äußern --- für unangemessen und unseriös.

Denn die Forderungen der sowjetischen Seite- aus den bereits benannten Tagungen des VOK zur Strukturierung der Luftverteidigung in der DDR ( im TAZ Strausberg) vom Jahre 1988 - führten aus, dass statt der 4x S-125 Stellungen neu 2x S-300 aufgenommen werden sollten.
Der " Plan der Maßnahmen zur Reorganisation der Luftverteidigung in Westrichtung " wurde durch uns im Dezember 2010 in Moskau eingesehen.
Gemäß den am 05.12.2010 in Moskau eingesehenen Planungen des VOK lagen ökonomische Gründe vor, die ursprünglich vorgesehene Aufstellung der 53. FRBr analog der 51. FRBr Sprötau auch im verkürzten Bestand zu vollziehen.
Das bedeutete eine S-200 FRAG mit einer FRT- Stellung im katrierten Bestand zur Deckung.
Eine Errichtung der notwendigen S-125 Stellungen war undefiniert verschoben und fand dann aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen auch nicht mehr statt.
Dementsprechend sorgte die Tagung des Technischen Komitees für die Planung zur Einführung der S-300.

Gemäß der eingesehenen Dokumente war die Aufstellung der Brigade nicht nur " Gedankenspiel" im VOK, sondern angeordnete Maßnahme.
Es oblag allein dem Chef LSK/LV, wann er den Fachbereich FRT von diesem Sachverhalt in Kenntnis setzte.
Jedoch die gesellschaftlichen Zeitabläufe überholten alles.

Nach heutigem Kenntnisstand gab es wohl Hinweise auf eine Einstellung der Lieferungen seitens der UdSSR wegen Produktionseinstellung in den Tagungen 1988 wie sie im Teil 2 aufgeführt werden. Jedoch wurde derartiges Wissen bei LSK/LV offensichtlich nicht dokumentiert.

Soweit derzeitige Erkenntnisse.
Wir machen darauf aufmerksam, dass dieser Beitrag nur Strukturveränderungen im Zusammenhang mit der vorgesehenen Bildung einer 53. FRBr aus dem FRR-13 beinhaltet.
Andere Struktur und Baumaßnahmen des FRR-13 werden auch auf der Site des FRR-13 behandelt und im Zusammenhang mit dann aufgearbeiteten Planungen der Anbindung mit Nachrichtenverbindungen dort eingearbeitet.
Hinsichtlich einer neuen S-200 FRAG sei auf die 17. Sitzung des Komitee der Verteidigungsminister WV vom 05.12.1984 verwiesen, die in der Besprechnung zum Perspektivplan 1986 -1990 neben der Aufstellung der dritten FRBr ( 51. FRBr) eine gleichzeitige Neuaufstellung von 3 weiteren FRA beschlossen hatten. Wovon eine FRA S-300 und zwei FRAG mit S-200 auszurüsten waren.
Da es bereits zwei FRAG gab ( 411 und 431), waren dort die FRAG 511 und eine der 53. FRBr ( nennen wir sie 531) beschlossen worden.
Das diese Vorhaben dann nicht im Maßnahmeplan 1986-91 des Vorsitzenden NVR sich niederschlugen- wer kennt die Gründe ?
Aber das Sagen hatte sie Sowjetunion.

Aber es ist ja auch bekannt, welche Anstrengungen es bereits gab zur personellen Absicherung der bereits bestehenden Brigaden mittels Katrierung der beiden östlichen FRR.
Wir können uns vorstellen, dass einfach das Ende der Fahnenstange/ des Machbaren erreicht wurde.

Aus unserer Sicht kann es dahingestellt bleiben, ob der Verband 53. FRBr oder 43. FRBr benannt worden wäre. Der Grundsachverhalt bleibt der selbe.

Fortsetzung:
Es war damals eine schnellebige Zeit geworden zum Ende der 80ger Jahre und vormalige Planungen wurden faktisch über den Haufen geworfen.
Bestimmte Anfragen und Reaktionen führen nun dazu, dass wir den Teil 2 der Umstrukturierung der FRT LSK/LV im Nordraum jetzt bereits tätigen, obwohl wir dessen Veröffentlichung in Verbindung mit der Aufarbeitung neuer Führungsstrukturen und Nachrichtenverbindungen erst für das II. Quartal 2011 vorgesehen hatten.
Da das weitere Geschehen erklärt, warum nicht wie hier beschrieben bis zur Umbildung strukturiert wurde.

Wer Fragen dazu hat - bitte im LSK/LV-Forum registrieren und schreiben....

Hier nun zum Teil 2