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- LSK/LV DDR -

 
 
-- Wie der Moskau die DDR aufgab / Der Anfang--
 
 
 
         
  Vor kurzem wurde dem 20. Jahrestag der Wiedervereingung Deutschlands gedacht.
Eng verbunden mit dieser Wiedervereingung im Jahre 1990 war der Beginn des Abzuges der russischen Truppen ( ehemals Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland -GSSD) vom Territorium der ehemaligen DDR im öffentlichen Bewustsein unter Bezug auf die 2+4 Verträge vom 12.09.1990.
Damit verbunden war jedoch auch der Abzug der russischen Truppen aus den ehemaligen Staaten des Warschauer Vertrages in Ost-und Südosteuropa..
Stefan ich mich mit einer Publikation mit einem Sachverhalt konfrontiert, dessen Inhalt ich mich nicht entziehen kann.
Daher erlaube ich mir, hier zu diesem Sachverhalt einen eigenen kurzen Beitrag zu leisten- um den ehemaligen NBA-lern und anderen Interessenten mit gewissen Inhalten zu informieren.

Der Abzug der sowjet.. Truppen aus dem ehemaligen DDR-Gebiet bis 1994 wird immer wieder als Ergebnis der Regierung Kohl und der Verhandlungen zur Übernahme der DDR durch die BRD dargestellt.

In der Realität zeigen sich jedoch Indizien, dass die von M. Gorbatschow am 01.12.1988 vor der 43. UN-Vollversammlung verkündete Abrüstungsinitiative nur der verklausulierte Beginn einer Aufgabe der im Ausland gelegenen sowjet. Militärstandorte darstellte.

Die damals noch bestehende UdSSR agierte hier aus ökonomischen Zwängen heraus- denn sie war schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirtschaftlich in der Lage ihre ausländische Militärpräsenz unter Bereitstellung der modernsten Bewaffnung zu unterhalten.

De facto wurde mit dem 07.12.1988 und 1 Jahr vor den Montagsdemos in der DDR- das AUS für die DDR besiegelt.

Gorbatschow verkündete: " Die Sowjetunion hat den Beschluss gefasst, ihre Streitkräfte zu reduzieren. In den nächsten 2 Jahren wird sich die zahlenmäßige Stärke um 500.000 Mann verringern, auch der Umfang der konventionellen Waffen wird wesentlich reduziert. Diese Reduzierungen werden einseitig vorgenommen, ohne Zusammenhang mit Verhandlungen über das Mandat des Wiener Treffens. Im Einvernehmen mit unseren Verbündeten im Warschauer Vertrag haben wir beschlossen, bis 1991 sechs Panzerdivisionen aus der DDR, der CSSR und Ungarn abzuziehen und diese aufzulösen. aus den Gruppen der sowjetischen Truppen, die sich in diesen Ländern befinden, werden ferner Luftsturm- und mehrere andere Verbände und Einheiten abgezogen, einschließlich Landeübersetztruppen mit Bewaffnung und Kampftechnik. Die in den Ländern befindlichen sowjetischen Truppen werden um 50.000 Mann und 5000 Panzer reduziert."

Genau betrachtet--- werden hier die Elitekampftruppen der ersten Staffel aus der fordersten Front abgezogen

Betrachten wir die Reaktionen:
Eine erste Reaktion des sowjetischen Militär wurde am selben Abend um 20 Uhr in der ARD-Tagesschau bekannt gegeben: " ... der Stabschef der sowjet. Streitkräfte Marschall Achromejew sei zurückgetreten- jedoch bliebe Verteidigungsminister Marschall Jasow im Amt..."

Überaus Interessant war ein Kommentar von Valentin Falin wenige Tage später unter Bezug auf die Rede von Gorbatschow.
Falin war damals Leiter der Internationalen Abteilung im ZK der KPdSU.
" Sie bedeutete ( diese Gorbatschow-Rede, d. Verf.) in allgemeinverständlichen Worten, dass die UdSSR beabsichtigt, sich aus Mittel-und Osteuropa zurückzuziehen. Diese Doktrin wurden im Stillen formuliert, als ob man ein ganz gewöhnliches Referat ausgearbeitet und nicht die Europa-und Weltpolitik der Sowjetunion nachhaltig umgestaltet hätte. Die Mehrheit der Mitglieder des Politbüros erhielten von dem fertigen Wortlaut erst Kenntnis, als Gorbatschow bereits über dem Atlantik flog.
Mit keinem der Bündnispartner der UdSSR im Warschauer Vertrag und Partner anderer Vereinigungen war vorher ein Meinungsaustausch darüber geführt worden, dass sich die UdSSR im Falle einer "indirekten Agression" aus ihren Verpflichtungen zurückziehen werde.
Das die Verbündeten Kopien der Rede des Generalsekretärs EINE Stunde vor seinem Auftritt in der UN-Vollversammlung erhielten, kann man wohl kaum eine vorherige Konsultation nennen. "
Soweit der Kommentar von Falin.

Eigentlich sagt dieser Kommantar hinsichtlich angeblicher Konsultationen und Einmütigkeit in der sowjetischen Führung doch alles.

Wenn man Falin Glauben schenken kann- wäre GSSD/WGT auch ohne Wende und Wiedervereinigung komplett bis 1995 aus der DDR abgezogen worden.

Dem stehen , denke ich, auch die nachfolgend beschriebenen Umstrukturierungen und Modernisierung im Zuschnitt auf die neuen Verteidigungsdoktrin nicht entgegen.
Denn das eine sind militärische Maßnahmen aus dem Verteidigungsminstrium in Moskau
und das andere sind politische Beschlüsse- die dem Willen der Militärs entgegen standen.
Wie die Abdankung des Generalstabschef Achromejew zeigt.

Der eine oder andere wird nun ins Grübeln kommen.
Und den Politikern der alten BRD sei gesagt- der Abzug der russ. Truppen ist nicht euer Werk/ Verdienst, dass wäre eh gekommen.
Moskau hat in den Beitrittverhandlungen mit Sicherheit nur gepokert um noch einige Millionen und Milliarden Abzugsgeld raus zu schlagen.

Dieser Beitrag bezieht sich auf die Quelle Fliegerrevue Extra-24 vom März 2009 " Wie der Kreml die DDR aufgab" von Stefan Büttner und Martin Ebert.

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