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  Im Dezember 1981 wurde am Standort des Kdo LSK/LV das "Führungsorgan Front-u. Armeefliegerkräfte" (kurz: FOFAFK) geschaffen, um eine Führungsstruktur für Fliegerkräfte auszerhalb der Luftverteidigung zu schaffen, die bisher dem Stellv. Chef LSK/LV und Chef Front-u. Armeefliegerkräfte und dem Chef Transportfliegerkräfte unterstanden.

Ausgangssituation:
Die Truppenteile/Einheiten Verbindungsfliegerstaffel-14 ( VS-14), Transportfliegerstaffel-24 (TS-24), Transporthubschraubergeschwader-34 (THG-34) waren dem Stelv. Chef LSK/LV für Luftstreitkräfte direkt unterstellt und das Jagdbombergeschwader-31 (JBG-31) der 1. LVD unterstellt. Gemäß dem Plan der Vereinten Streitkräfte waren durch die NVA eigene Armeefliegerkräfte mit 2 Kampfhubschraubergeschwader zu bilden und gleichlautend eigene Frontfliegerkräfte zur Kampfunterstützung der zwei NVA Landarmeen.
Ein derartiger Strukturwandel hätte unter Beibehaltung von den direkten Unterstellungsverhältnissen zu einer personellen Aufblähung des Stansbereiches im Kdo LSK/LV geführt.
Dem entgegen stand auch die Absicht, aus dem Bereich Chef Luftstreitkräfte im Kdo LSK/LV einen defensiven Bereich Stellv. Chef LSK/LV für Ausbildung der Luftstreitkräfte zu schaffen.
Bei dem Titel Ausbildung passte dann eine Direktunterstellung von " Kampfeinheiten" nicht mehr.
Da seitens der GSSD als Friedensstruktur zur Führung der Frontfliegerkräfte ein Frontfliegerkorps als Führungsorgan gebildet wurde, konnte die NVA ähnliche Strukturen schaffen.
In diesem Sinne war dann die Bildung eines Führungsorgan der Front-und Armeefliegerkräfte am Kdo LSK/LV für die Erledigung der Strukturfragen angesagt.

Damit wurden Voraussetzungen für eine Umorganisation der Führungsstruktur im Kdo LSK/LV geschaffen und zugleich die Überführung der zu Armee und Front gehörenden Fliegerkräfte geschaffen.

Nach der Umunterstellung wurden im Kdo LSK/LV die Chefbereiche Front-u. Armeefliegerkräfte abgeschafft und Transportfliegerkräfte verkleinert.
Eine Reihe der zuvor im Kommando zuständigen Offiziere wechselten zum FO FAFK.
Dieser Wechsel betraf nicht nur Offiziere auch den Chefbereichen der Luftstreitkräfte, sondern auch RD, Polit, Nachrichten-Flugsicherung u.a. .

Dem Führungsorgan FAFK unterstanden:
das Kampfhubschraubergeschwader- 57 ( KHG-57) - Basepohl
das Kampfhubschraubergeschwader- 67 ( KHG-67 ) - Cottbus
das Jagdbomerfliegergeschwader-37 ( JBG-37) - Drewitz
die Aufklärungsfliegerstaffel-31 (47) ( AFS-31) - Preschen

Aufgabe des Führungsorgans war die Aufstellung des Kampfhubschraubergerschwaders-57 aus der 5. Staffel des Hubschraubergeschwaders-34.
sowie Aufstellung des Kampfhubschraubergeschwaders-67 aus der 4. Staffel des Hubschraubergeschwaders-34 Briest.
Im Weiteren die Ausbildung in Handlungsschemen der Aufgaben von Kampfhubschraubern sowie das praktische Einsatztraining im Rahmen von Übungshandlungen der Landstreitkräfte.
In diesen Übungshandlungen wurden Erfahrungswerte über die von den Kampfhubschraubern auszuführenden Feuerunterstützung der Landstreitkräfte gesammelt.
Dazu waren operative Gruppen des FO FAFK zur Einsatzführung und Kampfhubschrauber bei Übungshandlungen der Landstreitkräfte auf verschiedenen Truppenübungsplätzen im Einsatz.
Auch die Landstreitkräfte hatten das bisher unbekannte direkte Zusammenwirken mit eigenen Kampfhubschrauberkräften zu trainieren.
Die Führung der Kampfhubschrauber erfolgte sowohl von Bodenleitstellen, als auch zur Erprobung aus fliegenden Leitstellen mit Hubschrauber Mi-2 als Test der geplanten Hubschrauberstaffeln der Führung-und Aufklärung.

Eine Weitere Aufgabe des FO FAFK war die fliegertechnische Sicherstellung, truppendienstliche Führung, Ausbildung und Führung in Übungslagen für das JBG-37 und dessen AFS.

Zu beachten ist, dass dieses FO FAFK entgegen manch anderer Publikation KEINEN Großverband als verdeckte Fliegerdivision darstellte.
Denn im Verteidigungszustand hatte das FO FAFK die Kampfhubschrauber als Armeefliegerkräfte der 3. und 5. Armee NVA zu unterstellen und die Frontfliegerkräfte JBG-37 und AFS-47 an die Frontfliegerkräfte der 1. Front zu unterstellen.
Der Stab des FO FAFK hätte sich bis auf die sicherstellenden Komponenten ( RD, Nachrichten.u. Flugsicherung...) aufgelöst, da die entsprechenden Fachoffiziere in Form von operativen Gruppen zu den Stäben der Feldführung 3. und 5. Armee, sowie zur Gefechtsstand Frontfliegerkräfte/Truppenluftabwehr der 1. Front verlegt hätten.
Solche Auflösungshandlungen macht kein Großverband !

Nach der Übergabe der beiden Kampfhubschraubergeschwader in Cottbus und Basepohl ( = Armeefliegerkräfte) an das MB-III und MB V erhielt das FO ab 1984 die Bezeichnung " Führungsorgan Front-u.Militär Transportfliegerkräfte" ( kurz: FOFMTFK) unter Eingliederung der Transportfliegerkräfte der Luftstreitkräfte.

Entgegen der Behauptung in anderen Publikationen verlegte das Führungsorgan im Wechsel vom FO FAFK zum FO FMTFK dann NICHT von Strausberg nach Eggersdorf ( diese Darstellungen sind unzutreffend)--- da das Führungsorgan von 1981 bis zur Auflösung 1990 durchgängig im Gebäude 7 des Kdo LSK/LV in Eggersdorf/Strausberg untergebracht war.

Zur Endstruktur zählten an unterstellten :
( als Frontfliegerkräfte)
JBG-37 Drewitz;
JBG-77 Laage ;
TAFS-47 Preschen;
TAFS-87 Drewitz;

(als Militärtransportfliegerkräfte)
THG-34 Briest ;
TS-24 Dresden-Klotzsche TS-24 ;
VS-14 Strausberg
   
  Das MFG-28 Laage wurde bereits operativ vom Chef Marinefliegerkräfte geführt.
Jedoch ist dabei zu beachten, dass ohne Gefechtsführung durch die Operative Gruppe LSK des Kdo LSK/LV die Volksmarine keine aktiven Flughandlungen des MFG-28 auslösen konnte.

Die TAFS-87 war in Aufstellung als Aufklärungskomponente zum JBG-77 (und der 5. Armee). Eine Indienststellung war für 1991 vorgesehen.

Entgegen mehrerer Darstellungen auf Internet-Pages war das TG-44 Marxwalde nicht dem FOFMTFK unterstellt, sondern unterstand immer dem Chef LSK/LV und wurde operativ eingesetzt durch die Abt. Flugorganisation beim Chef LSK/LV.

Im Keller des Gebäude 7 hatte das Führungsorgan einen Führungspunkt, von wo aus ein Diensthabender und mehrere operative Gruppen den täglichen Dienst-Ausbildungs-Gefechtseinsatz der Unterstellten führten. Mit Auslösung höherer Stufen der Gefechtsbereitschaft wurde die Ausweich-Führungsstelle in der Bunkeranlage der RFS Ranzig bezogen. Im gleichen Objekt verfügte die Ziviluftfahrt/Interflug über eine Führungsstelle.
Im Verteidigungs/Kriegsfall hatte das FO FMTFK seine Frontfliegerkräfte dem Kommandierenden der 16. Luftarmee der 1. Front (GSSD) zu unterstellen und wäre damit für diese Verbände nicht mehr operativ zuständig gewesen.
Die Unterstellung zum Kommandierenden der 16. Luftarmee betraf:
  • JBG-37
  • JBG-77
  • TAFS-47
  • TAFS-87
  • MFG-28
  • THG-34

    Die Gefechtsführung und Sicherstellung oblag im Verteidigungszustand der operativen Gruppe LSK der LSK/LV NVA beim Stab der 16. Luftarmee GSSD/Front.
    Sowie der Gruppe RD ( Rückwärtige Dienste) der LSK/LV NVA beim Stab RD der 16. Luftarmee GSSD/Front. Diese Gruppe RD hatte die Aufgabe der materiellen Sicherstellung der Front-und Armeefliegerkräfte der NVA- die der 16. Luftarmee GSSD/Front unterstellt waren, auf Anforderung vom Kommandierenden der 16. Luftarmee bzw. dem Leiter der vorgenannten Gruppe LSK NVA.

    Gemäß Direktive 1/85 des Ministers für Nationale Verteidigung der DDR hatte das FO FMTFK im Verteidigungszustand nach Ranzig zu verlegen und dort das NEUE Führungsorgan Militärtransportfliegerkräfte zu bilden.
    Diesem neuen Führungsorgan wären dann unterstellt worden:
  • das Hubschrauberausbildungsgeschwader-35 Briest
  • die Transportfliegerausbildungsstaffel-45 Kamenz unter Herauslösung aus dem Bestand der OHS MF LSK/LV
  • die Hubschrauberstaffel-16 der Grenztruppen unterstellt worden.
  • und wie bisher die Verbindungsfliegerstaffel-14 Strausberg und die Transportfliegerstaffel-24 Dresden.

    Gleichzeitig hätte die Führung der Zivilluftfahrt/ Interflug von Berlin nach Ranzig zu verlegen und dort das Führungsorgan der zivilen Transportfliegerkräfte zu bilden unter Leitung des Generaldirektor Interflug.

    Die Führung der milit. und zivilen Transportfliegerkräfte oblag gem. Direktive 1/85 dem Chef Transportfliegerkräfte des Kdo LSK/LV.

    Die Führung des FO ablag dem Kommandeur FO mit seinem Stab.

    Das Nachrichtenbetriebsamt wurde mit der nachrichtentechnischen Sicherstellung des Stabes und der Gefechtsstände des FO FAFK/ FMTFK beauftragt.

    2. Die NVA blieb auch nach operativer Unterstellung MFG-28 sowie der Frontfliegerkräfte für deren peroneller Auffüllung sowie Flugzeuginstandsetzung/ Fliegeringenieurdienst und spezieller Bewaffnung für diese Verbände zuständig. Diese Zuständigkeit wurde dann von der RFS LSK/LV NVA bzw. Führungspunkt Ersatzwesen LSK/LV in Ranzig ausgeübt.

    Die ab 1988/89 in der GSSD/WGT eingetretenen Strukturveränderungen der Auflösung bisher vorhandener Korpsstruktur für die fliegenden Verbände hätte auch für das FO FMTFK Auswirkungen gehabt.
    Jedoch kam es in den LSK/LV NVA infolge der gesellschaftlichen Veränderungen zu keiner diesbezüglichen Umstrukturierung.

    Ende 1989 führte ein Besonderes Vorkommnis durch den Kommandeur des Führungsorgans zu seiner Amtsenthebung und einsetzen eines neuen Kommandeurs Oberst Wukasch.
    Siehe auch: Besonderes Flugvorkommnis 1989

    Erster Kommandeur FO FAFK war: Oberst Büttner ( später Generalmajor und Chef Armeefliegerkräfte im Kdo Lask)
    Letzte Kommandeure waren: GM Zimmermann und Oberst Wukasch.

    Weitere Dienststellungen:
    StK u. SC : OSL Smettana
    StK f. Flieg Ausb. : OSL Gyurkovits
    StK f. PA : Oberst Zdebel
    StK f. RD : OSL Marschke
    StSC f. Op. Arbeit: OSL Angermann
    StSC f. Org : OSL Koch
    Leiter Nachrichten/ Flugsicherung: OSL Hälsig

    Nachrichtenverbindungen der Führungsstellen

    Organigram Verbände des FO FMTFK im Frieden

    Organigram Verbände FO FMTFK im VZ

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    Allg. Daten:
    Tarnname: Stab = Galun
    Tarnname Führungspunkt Eggersdorf/Strausberg: Plotina
    Tarnname Führungspunkt Ranzig: Plotina 1
    Postfach: 94403
    Amt: Strausberg 53-0
    S1- Fernsprech: über 2734-88
    S1- Fernschreib: 239-444 und 445