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- Jagdbombergeschwader 77 ( JBG-77)-
 
 
 
         
  Historie:
Bereits 1969 erfolgte die Standortsucbe im Raum Rostock für einen Flugplatz für ein geplantes Marinefliegergeschwader mit ziviler Platzkomponente.
Auserwählt wurde ein Flugplatzneubau Nahe der Ortschaft Ziesendorf.
Im Jahre 1972 folgten Konsultationen zwischen Kdo LSK/LV und Kdo Volksmarine zur Aufstellung des Marinefliegergeschwaders.
Bereits dort erfolgte die Variantenfindung zur Führung des Marinefliegergeschwaders und des FTB durch den Chef LSK/LV mit operativem Einsatz durch das Kdo Volksmarine. Ebenfalls kam es zur Festlegung, dass der einzuführende Flugzeugtyp sich in die perspektivischen Entwicklung der LSK/LV einfügen muss und sich im erforderlichen Maße dem System der Luftstreitkräfte/ Jagdbombenfliegerkräfte der DDR anpassen muss.
Hier wurde bereits der Grundstein gelegt, dass im MFG keine Su-25 gem. den Wünschen der Volksmarine zum Einsatz kam, da die Su-25 nicht den vereinbarten Kriterien entsprach.

Insoweit konnte auch nicht so einfach auf andere Flugzeugtypen umgestiegen werden.
Mit Sicht auf das damals einzig bestehende Jagdbomenfliegergeschwader Drewitz wurde der Flugzeugtyp MiG-23BN für das MFG vorgesehen.
Der Standort Ziesendorf starb infolge Bau Autobahn Berlin-Rostock.
Bereits im Sommer 1974 erfolgte die Kapazitätsplanung auf einen Flugplatz Laage.
Denn infolge der Forderung des Oberkommandos der Vereinten Streitkräfte waren auch in der NVA die Frontfliegerkräfte weiter auszubauen.
Dies führte zu dem Umstand der Planung eines weiteren Jagdbombenfliegergeschwaders der NVA auf dem Flugplatz Laage mit der Bezeicznung JBG-77.

Unter dieser Konstellation, der Vereinbarung vom 1972 und der Empfehlung des VOK, die Flugzeugtyp MiG-23BN nicht einzuführen für das JBG-77- sondern das JBG-77 mit dem Flugzeugtyp Su-22M4 aufzubauen-
führte in der Folge auch zur Nutzung der Su-22M4 für das aufzustellende MFG.

Infolge Wegfall des geplanten Standortes Ziesendorf war das Kdo Volksmarine immer noch auf der Suche nach eonem geeigneten Standort für ihr MFG.
Kdo LSK/LV und Kdo Volksmarine einigten sich auf eine zeitweise gemeinsame Stationierung des neuen JBG und des MFG auf dem Flugplatz Laage.
Aus dieser Entscheidung resultierte der spätere Baubeginn für die Dienstzone des MFG ( Staffelräume III und IV) und der verringerte Ausbaugrad.
Damals wurde das künftige Marinefliegergeschwader noch als MFG-18 bezeichnet.

Diese Erweiterung der Platznutzung um ein weiteres Geschwader nebst 2 sicherstellende Bataillone führte zu umfangreicheren Bautätigkeiten in der Wohnzone Kronskamp.
Es entstanden dort, durch das Kdo LSK/LV und dem Kdo Volksmarine beauftragt, im Zeitraum 1981 bis 1987 etwa 590 Wohnungen in Kronskamp und 210 weitere Wohnungen in Rostock-Dierkow errichtet werden.

Im Jahre 1983 legte der Chef LSK/LV freigegebene Flugbetriebsflächen zur Nutzung nach Auslösung höherer Stufen der Gefechtsbereitschaft zur Dezentralisierung der Jagdfliegerkräfte der 3. LVD fest.
Damit wurde der Flugplatz Laage auch Dezentralisierungsplatz für das JG-2 und Teile des JG-9.

Im Mai 1983 verlegten Personal und Technik des JBG-37 ( 3. Staffel) von Drewitz nach Laage und übernahmen schrittweise den Flugplatz.

Zum Geschwader:
Am 01.11.1984 gegann die Aufstellung des JBG-77 mit 3 Staffeln Su-22M4.
Die Aufstellung des JBG-77 erfolgte 1984 aus der III. Staffel des JBG-37 als erstes Geschwader auf dem seit 1978 neu erbauten Flugplatz Laage/ Kronskamp.
Dazu verlegte die 3. Staffel des JBG-37 von Drewitz nach Preschen.
In Vorbereitung dieser Maßnahme waren die Piloten der 3. Staffel zuvor auf die Jagdbomber Su-22 umgeschult worden.

Aufgestellt wurden 3 Staffeln des JBG-77 mit SU-22 Jagdbombern.
2 Staffeln mit Einsatzauftrag Luftunterstützung Landstreitkräfte ( 5. Armee) und 1 Staffel als Marinefliegerstaffel zur Einsatzunterstützung der Volksmarine.
Aus der 3. Staffel des JBG-77 konnte nachfolgend die Formierung des Marinefliegergeschwaders-28 am Flugplatz Laage erfolgen.

So das im JBG-77 real dann nur 2 Staffeln mit insgesamt 24 Maschinen Su-22M4 verblieben.

Flugzeuge des JBG-77 waren analog zum MFG-28 mit Aufklärungscontainern -und Ausrüstungen ausgestattet ( KKR1T und SRS-13 für elektronische Aufklärung).
In dieser Spezifikation flogen die Maschinen des JBG-77 auch Aufklärungsflüge enntlang der Staatsgrenze West zur BRD.
Es gibt Webinhalte, die berichten von gemischten Flügen MFG-28 und JBG-77 in beiden Regionen der Staatsgrenze ( West bzw. Ostseeraum )- solche Angaben sind Legende und basieren auf Unverständnis der Dinge.
Das JBG-77 flog Aufklärungsflüge an der Westgrenze zur BRD und nur bedingt im Aufstellungszeitraum des MFG-28 als 3. Staffel des JBG ( Marinefliegerstaffel) im Ostseegebiet, da ja noch die Komponenten des künftigen MFG-28 zum JBG-77 gehörten.
Maschinen des künftigen MFG-28 flogen auch Aufklärungsflüge an der Westgrenze- als sie noch faktischer Bestandteil des JBG-77 waren als Marinefliegerstaffel.
Zugegeben: verwirrend - aber das war ja auch Ziel der Maßnahme.
Es war nichts mit gemischtem /abwechselndem Abfliegen - mit Unterstellungszuordnung gemäß dem Soll flog dann jeder die Aufklärungsflüge in seinen zugeteilten Bereich.
JBG-77 an der Westgrenze und MFG-28 im Ostseeraum.

Diese Ausstattung der Maschinen des JBG-77 machten eine zugeordnete Takt. Aufklärungsfliegerstaffel eigentlich überflüssig.
Trotzdem begann im Jahre 1989 aus Teilen des aufzulösenden Jagdfliegergeschwaders-7 am Flugplatz Drewitz die gedeckte Aufstellung der Takt. Aufklärungsfliegerstaffel-87.
Hier galt es insbesondere überzähligem Personal des aufgelösten JG-7 eine Perspektive zu geben.
Für 1991/92 war die Verlegung des TAFS-87 von Drewitz zum neu ausgebauten Flugplatz Groß Mohrdorf vorgesehen.
Denn deren vorgesehener Dislozierungsraum am Flugplatz Laage war noch durch das MFG-28 belegt, dessen Verlegung zum Flugplatz Warbelow sich infolge der Ausbauverschiebung für Warbelow dann auch zeitlich nach hinten stellte.
Wobei sich dann in den Planungen jenseits des Jahres 2000 wieder eine "Auflösung" des TAFS-87 abzeichnete. Denn die Ablösung der MiG-21 durch umbemannte Aufklärungsdrohe "Rejs" stand bevor.

Bei dieser Gelegenheit sei vermerkt: Es gab keine Planungen / Perspektivplanungen zur Einführung neuer Maschinen für das JBG-77.
Das mit geplanten Su-25K ist eine Mähr. Gemäß der Änderung der Militärdoktrin TSWV war nicht mehr Einführung der offensiven Jagdbomber Su-25 das Ziel- sondern Umstellung JBG-77 und MFG-28 auf MiG-27...

Das Jagdbombergeschwader 77 ( JBG-77) war in der Friedensstruktur dem Führungsorgan Front-und Militärtrandportfliegerkräfte ( FO FMTFK) zugeordnet und unterstellt.
Im Verteidigungs-und Kriegszustand wäre das JBG-77 aus dem Bestand der NVA herausgelöst worden und zum Oberkommandierenden der 1. Front (GSSD) unterstellt worden.
Dort operativ geführt durch den Chef Frontfliegerkräfte der 1. Front. Damit verbunden war bis 1988 auch der Umstand, dass das JBG-77 dann einen sowjetischen Kommandeur bekommen hätte.
In diesem Sinne war das JBG-77 der 1. Westfront des Westlichen Kriegsschauplatzes zuzuordnen und dort im Bereich der Nordgruppierung für Frontbombereinsätze im Kampfbereich der 5. Armee (NVA) zuständig.



Stationierungsflugplatz: Laage

Einsatzflugzeuge: Su-22M4

   
  Dem JBG-77 waren zugeordnet: Fliegertechnisches Batallion 77 ( FTB-77) Laage zur flugzeugtechnischen Sicherstellung.
sowie die Sauerstoffversorgungs-u. gewinnungseinheit ( SVGE-77) Laage zur Versorgung mit Sauerstoff für die Flugzeuge des JBG-77, MFG-28 und TAFS-87, JG-2 und JG-9.
Im Weiteren zugeordnet das Nachrichten- und Flugsicherungsbatallion 77 ( NFB-77) zur Sicherstellung der Nachrichten-und Flugsicherungsmittel des Geschwaders.
Durch das NFB-77 wurde auch die Nachrichtenzentrale des Flugplatzes und der Gefechtsstand betrieben.
Teile des NFB-77 waren als Funktechnische Kompanie (FuTK-77) mit einer Fliegerleitstelle vom Standort Laage tätig . Im Zeitraum der Aufstellung des MFG-28, als dieses noch als Marinefliegerstaffel die 3. Staffel des JBG-77 war- wurde eine abgesetzter Fliegerleitstelle Saal betrieben- als Fliegerleitstelle Ostsee für die Marinefliegerstaffel.
Saal wurde danach durch das NFB-28 mit einer FuTK-28 und einer eigenen Fliegerleitstelle besetzt.
Daher wird in anderen Webinhalten Saal auch unter FuTK-77 geführt. Dieser Zustand sollte dann jedoch zeitlich spezifiziert werden.

   
  Gerüchte über eine angeblich geplante Verlegung des JBG-77 in den DDR-Südraum entsprechen keiner realen Grundlage.
Es gab solche Pläne NICHT, nicht einmal Überlegungen dazu. Da sie den Einsatzgrundsätzen und dem Einsatzzweck zuwieder laufen würden.

Immer wieder tauchen Spekulationen auf, dass NVA Jagdbomber hätten mit Atomwaffen ausgestattet werden können und deren Abwurf wäre bei Trainingsflügen auch geprobt worden.
Klare Aussage dazu: Die NVA Einheiten hatten keinen Atomwaffeneinsatz- alle NVA Einheiten mit möglichen Atomwaffeneinsatz wie das JBG-37 oder JBG-77 wären im Verteidigungszustand/Krieg KEINE strukturellen NVA Einheiten mehr gewesen sondern in sowjetischen Strukturen und unter sowjetischen Befehl gestellt worden ( siehe oben).
Damit waren es dann KEINE NVA Einheiten im Krieg- auch wenn in den Maschinen DDR-Piloten saßen !
Somit hatten NVA Einheiten KEINEN Antomwaffeneinsatz und hatten keinen Zugriff auf Atomwaffen.!

Aufgelöst durch die Bundeswehr zum 31.12.1990.

Allg. Daten:
Tarnname: Körpermaß
Tarnname Gefechtsstand: Gromada
Tarnname Fliegertechnisches Batallion-77 (FTB-77): Aschenkübel
Tarnname Nachrichten/Flugsicherungs Batallion-77( NFB-77): Berufsboxer
Tarnname FuTK/NFB-77 Laage : Berufsboxer 71
Postfach: 94412 ; 2603 Laage für JBG
Postfach: 94436 - für FTB-77
Postfach: 94482 - für NFB-77
Amt: Laage 62-0
S1- Fernsprech: 83834+88
S1-Fernschreib: 839-376

Tarnname JBG bei sowjetischer Unterstellung: Gromada

Ab Ende der 80ger Jahre wurde für den Flugplatz Laage eine Flugplatzbasis mit der Bezeuchnung Flugplatzbasis-47 gebildet.
Diese Flugplatzbasis umfasste flugplatzgebundene Teile des FTB-77 und NFB-77, die bei Verlegung des JBG-77 auf den Platz verbleiben und diesen für andere fliegende Verbände einsatzbereit halten.
Tarnname der Flugplatzbasis-47: Volksstamm

Der Flugplatz Laage war nach modernen milit. Gesichtspunkten errichtet worden.
Daher waren geschlossene Flugzeugdeckungen GDF und mehrere Dezentralisierungsräume für die Staffeln vorhanden.
Der Flugplatz verfügte über eine direkte Alarmausfahrt zur Autobahn Berlin-Rostock.
Die auf dem Flugplatz stationierten NVA Geschwader waren dort nur in Friedensstruktur - im Kriegsfall wäre dieser Flugplatz durch mehrere neue russ. Geschwader der verstärkenden zwei Luftarmeen der Sowjet. Streitkräfte belegt worden.

Kommandeure des Geschwaders:
  • von 1984 bis 1987... Oberst M. Jenichen.
  • von 1987 bis 1990.... Oberst J. Roske.

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