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- LSK/LV -

 
 
--das die Luftstreitkräfte und Luftverteidigung der DDR --
 
 
 
         
  Vor der NVA:
Der VP-Generalinspekteur Heinz Hoffmann befielt die Bildung HVA/ Referat zbv im Innenministerium der DDR.
Bereits am 16.12.1950 legte das Referat zBV erste Pläne und Kostenrechnungen für mögliche Fliegerkräfte der DDR vor , veranschlagte Flugplätze sowie den Aufbau eines Flugzeugwerkes und einer Erprobungsstelle.
Mit Bildung des Referat "z.B.V." im Innenministerium der DDR begann der Aufbau der zukünftigen Luftstreitkräfte der DDR.
Dieses Referat bestand zu Beginn nur aus 12 Personen und bildete die Keimzelle der VP-Luft unter der Leitung des Generalinspekteur Heinz Keßler.
Ende 1950 waren dort bereits 19 Offiziere und 7 Unterführer mit den Planungsaufgaben beschäftigt.
Im Januar 1951 Verlegte das Referat auf das Gelände des Objektes Berlin-Johannithal.

Im Mai 1951 erfolgte die Umbenennung von Referat zBV in HVA/Zweigstelle Johannisthal. Der Zweigstelle wurde zeitgleich ein Wachzug der HVA unterstellt, da auf dem Gelände auch ein zentrales Versorgungslager für Ausrüstungs-und Versorgungswaren errichtet wurde.

Per 15.11.1951 beschloss der sowjetische Ministerrat in den Jahren 1952 bis 1954 insgesamt 220 deutsche Piloten auf der MiG-15 auszubilden.

Schloß Sonnenstein - im Februar 1952 wurde dort eingerichtet die VP-Schule Pirna II als VP-Dienststelle-400.

Im Februar 1952 startet auf Befehl 1/52 des Leiters Zweigstelle Johanissthal der 1. Ausbildungslehrgang für Piloten der DDR zur Vorbereitung auf den Flugunterricht zur MiG-15. Der "X-Lehrgang" wurde in der HVA Dienststelle Pinnow ( VPD- 2107) durchgeführt.
Eine Teilausbildung erfolgte in der VP-Schule Pirna II im Schloß Sonnenstein ( VPD-400).
Leiter des Lehrganges war Paul Wilpert. Dieser übergab die Leitung hernach an Leander Ratz.

Im März 1952 begann ein für den Zeitraum 1952 bis 1954 angesetzter Vorbereitungslehrgang für künftige technische Fachlehrer auf Schloß Sonnenstein /Pirna ( VPD-400). Leiter des Lehrganges war VP-Kommandeur Rudolf Raubach.

Rudolf Raubach- war mit Bildung der Fliegertechnischen Schule im Juli 1952 in Kamenz als Politstellvertreter von Otto Leupold eingesetzt.
Zuletz war Raubach Leiter der Politabteilung der MAK Dresden.

Mit der praktischen Formierung fliegender Verbände nach russischen Vorbild wurde 1952 begonnen.
Auf Befehl des Innenministers der DDR Wili Stoph vom 16.06.1952 wurde zum 01.07.1952 die Kasernierte Volkspolizei (KVP) geschaffen.
Parallel dazu wurden VP-Luft und VP-See formiert. Chef der VP-Luft wurde Heinz Keßler.
Die HVA Zweigstelle Johannisthal wurde als Stab VP-Luft 1952 in Verwaltung Luft Berlin- Johannisthal umbenannt.

Bereits im Referat z.B.V begann die Bildung der Abteilung Flugmeteorologischer Dienst zur Flugwetterberatung.

Am 17.09.1952 begann die Einführung militärischer Dienstgrade in der KVP ab dem 07.10.1952. Zudem wurden zu den khakifarbene Uniformen die blauen Kragenspiegeln nach russ. Vorbild eingeführt.

Im Juli 1952 wurde die VP-Bereitschaft Zaithain der VP-Luft zu ihrer personellen Auffüllung übergeben.
Die Aufstellung der ersten Fliegerdivision unter dem Kommando von Oberstleutnant Wilpert in einer Stärke von 1300 Mann begann im August 1952..

Die 1. Fliegerdivision:
Die 1. Fliegerdivision sollte aus 3 Fliegerregimentern bestehen.
Diese Fliegerregimenter wurden auf den Flugplätzen:
Cottbus-- Fliegerregiment 1 --26.09.1952 formiert ( Fliegerregiment 601 der 1. Fliegerdivision)
Bautzen - Fliegerregiment 2 --( Fliegerregiment 602 der 1. Fliegerdivision)
Kamenz - Fliegerregiment 3-- ( Fliegerregiment 603 der 1. Fliegerdivision)
aufgestellt.

In Cottbus begann am 01.10.1952 im 1. Fliegerregiment die fliegerische Ausbildung durch die sowjetischen Truppen in der DDR.
Diese Ausbildung erfolgte unter anderem an den Flugzeugtypen AN-2 ; MiG-15 und Jak-18.
Bereits 1952 begann die fliegerische Ausbildung von 280 Offizieren der VP in Kuibyschew ( UdSSR).
Am Standort Berlin-Johannisthal begann der Aufbau der Abteilung Navigation und Beobachtung.
In dieser Abteilung wurde ab 20.01.1953 eine militärtopografischer Dienst aufgestellt.
Erster Leiter Topographie wurde der damalige Unterleutnant Günter Hiemann- der diese Funktion bis zum 28.02.1956 inne hatte.
Am 17.06.1953 erfolgte in der DDR ein Umsturzversuch- aus diesem Grunde wurde die gerade gelieferten und noch verpackten 100 MiG-15 wieder in die UdSSR zurück geführt.

Zum 01.08.1953 wurde im Rahmen der Zentralisierung der Führung der KVP eine Hauptverwaltung geschaffen und Generalleutnant Heinz Hoffmann wurden KVP, VP-Luft und VP-See unterstellt.
Die neu geschaffene Hauptverwaltung erfüllte dann auch für die VP-Luft bestimmte zentrale Aufgaben, die sich aus der Unterstellung unter den Chef der HVA ergaben.
1953 verlegte die Verwaltung VP-Luft von Berlin-Johannisthal zum Flugplatz Cottbus.

Dort wurde die Verwaltung VP-Luft am 23.09.1953 in " Verwaltung der Aeroklubs- VdAK" umbenannt.
Aus den Fliegerverbänden wurden Aeroklubs !

Die Aeroklubs:
Cottbus - 1. Aeroklub ( aus 1. Fliegerdivision)
mit:
Ex-Fliegerregiment 601 Cottbus zur 1. Abteilung des 1. Aeroklubs
Ex-Fliegeregiment 602 Drewitz zur 2. Abteilung des 1. Aeroklubs -- dann zum 2. Aeroklub
Ex-Fliegerregiment 603 Bautzen zur 3. Abteilung des 1. Aeroklubs --dann zum 3. Aeroklub


  • Struktur der Aeroklubs 1953


  • Die Abteilung Navigation und Beobachtung führte ab 15.04.1954 die Bezeichnung " Hauptsteuermann der Luftstreitkräfte".

    Per 01.12.1953 verfügten die Aeroklubs über 25x Jak-11 ; 35x Jak-18; 2x AN-2 und einem Personalbestand von 5511 Mann.
    Weiterhin verfügte die Schule der Verwaltung Aeroklubs über 5 Lehrflugzeuge La-9. Diese standen auf dem Lehrflugplatz und wurden ausschließlich zur Ausbildung des ingenieurtechnischen Personals genutzt.

    Auf einer Tagung vom 13.-15.04.1955 wurde durch die Teilnehmerstaaten ein Vertrag über Zusammenarbeit und Gegenseitigen Beistand ( Warschauer Vertrag) geschlossen.

    Am 18.01.1956 fasste die Volkskammer der DDR den Beschluss über die Schaffung der NVA und des Ministerium für Nationale Verteidigung. Generaloberst Stoph wurde zum Minister für Nationale Verteidigung bestimmt.

    Auf Grundlage dieses Beschlusses fasste der Ministerat der DDR am 09.02.1956 den Beschluss über die Bildung des Ministerium für Nationale Verteidigung, den Führungsorganen der Militärbezirke, der Landstreitkräfte, der Luftstreitkräfte, der Luftverteidigung und der Seestreitkräfte.



    In der NVA:
    Zum 01.03.1956 erfolgte die Gründung der NVA der DDR.
    Am gleichen Tag wurden die Luftstreikräfte und die Luftverteidigung als Bestandteil der NVA offiziell neu gegründet.. . Mit Befehl 5/56 vom 21.02.1956 wurden die Verwaltung der Aeroklubs in die Verwaltung Luftstreitkräfte (LSK) in Cottbus
    und die Verwaltung Luftverteidigung (LV) in Eggersdorf/Strausberg der NVA überführt.
    Erst zum 31.12.1956 wurde die VP-Luft formell wegen Erfüllung ihrer Aufgaben aufgelöst.

    Am 01.09.1956 wird Generalmajor Keßler Chef der Luftstreitkräfte.

    Beabsichtigter Neuaufbau und Unterstellung:
    3 Jagdfliegerdivisionen ; 1 Schlachtfliegerdivision ; 1 Flak-Division.

    Aus wirtschaftlichen Gründen konnten jedoch nur aufgestellt werden:
    2 Fliegerdivisionen ( 1. Fliegerdivision und 3. Fliegerdivision ) sowie 1 Flak-Division.

    Die Flakartilleriedivision wurde mit veralteter Flakartillerie der Kaliber 37mm und 85 mm ausgestattet.

    Bereits im August 1956 nahmen Teile der NVA an einem ersten Manöver teil.

    Zum 31.05.1957 wurde die Verwaltung Luftstreitkräfte in Kommando Luftstreitkräfte umbenannt und von Cottbus nach Eggersdorf/ Strausberg verlegt. Gleichzeitig wurde in Eggersdorf/Strausberg aus der Verwaltung Luftverteidigung das Kommando Luftverteidigung.
    Am 01.07.1957 erfolgte dann die Zusammenlegung der Verwaltungen der Luftstreitkräfte und der Luftverteidigung in Eggersdorf unter gleichzeitiger Umbenennung in das gemeinsame Kommando Luftstreitkräfte/ Luftverteidigung. Damit war das Kommando LSK/LV in Eggersdorf geboren.

  • Struktur der LSK/LV zum Dez. 1957


  • Im November 1957 begann der Aufbau eines Funkmeßsystems von Radarstellungen durch die neu gebildeten Funktechnischen Truppen (FuTT).

    1959 wurde das Jagdflugzeug MiG-17 PF eingeführt.
    Sowie des Kampfanzug mit Tarnaufdruck und das Sturmgepäck Teil I und Teil II bei den Land-und Luftstreitkräften.

    Im September 1959 begann eine Umschulung auf das Jagdflugzeug MiG-19. Von denen nur 24 Maschinen für das JG-3 Preschen eingeführt wurden.

    Ab 22.06.1960 wurden die neuen Hoheitszeichen der DDR an den Flugzeugen eingeführt.
       
      am 01.12. 1961 war der Beginn der Zusammenführung der bisherigen fliegenden Verbände (Fliegerdivisionen), der Flak/Fla-Raketen und der Funktechnischen Truppen (FuTT) zur Bildung der beiden Luftverteidigungsdivisionen -LVD- ( 1. LVD und 3. LVD).
    Mit Befehl 3/61 des Minister für Nationale Verteidigung der DDR wurden die Kräfte und Mittel der LSK/LV NVA in das Diensthabenden System (DHS) der Luftverteidigung der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages integriert.
    Am 01.05.1961 wurde den Luftstreitkräften und der Luftverteidigung erste Teilaufgaben zur Sicherung des Luftraumes der DDR im Diensthabenden System der Luftverteidigung der Vereinten Streitkräfte übertragen.

    Dieses war dann auch die Geburtsstunde der Gefechtsstände im Bereich LSK/LV zur Führung der Kräfte im DHS und zur Darstellung der Luftlage.

    1962 erfolgte die Einführung der MiG-21-als Vielfältig einsetzbares Jagdflugzeug. Welches bis 1990 im Einsatz war.
    Vom Flugplatz Marxwalde vollzog das dortige JG-8 den ersten Start einer MiG-21 in der DDR.

    Ab 11.11.1963 wurden die Luftstreitkräfte und die Luftverteidigung der NVA vollständig in das DHS integriert.

    Ein weiterer Termini war die erste Landung einer NVA- MiG-21 auf einem ausgebauten Autobahnabschnitt.

    Im März 1971 beschlossen die Verteidigungsminister der Staaten des Warschauer Vertrages die Abschaffung der Flak und volle Einführung von Fla-Raketen zur Luftverteidigung.

    Ab 1971 erfolgte der Aufbau von Fliegerkräften zur Gefechtsunterstützung der Landstreitkräfte.
    Mit dem Jagdbombergeschwader-31 ( JBG-31) wurde der erste fliegende Verband geschaffen, der im direkten Zusammenwirken mit den Landstreitkräften eingesetzt werden sollte.
    In das JBG-31 war als 3. Staffel eine Aufklärungsfliegerstaffel aufgestellt- die später als Aufklärungsfliegerstaffel 31 (AFS-31) eine selbständige Formation darstellen sollte.

    Ab 1975 erfolgte der Aufbau von Armmefliegerkräften durch die Kampfhubschraubergeschwader 3 in Cottbus und 5 in Basepohl zur Gefechtsunterstützung der Landstreitkräfte aud Armeeebene der 3. Armee ( im Frieden Militärbezirk 3) und der 5. Armee ( im Frieden Militärbezirk 5).

    Es folgten ein weiteres Jagdbombergeschwader ( JBG-77) in Laage und ein Marinefliegergeschwader ( MFG-28) in Laage, welches 1989 der Volksmarine unterstellt wurde und als Schlachtfliegergeschwader ausgestattet war.

    Zur Führung dieser Verbände wurde 1981 das Führungsorgan der Front-und Armeefliegerkräfte ( FOFAFK) in Eggersdorf/Strausberg gebildet.
    Dieses Führungsorgan hatte unter anderem die Aufgabe, die Armeefliegerkräfte ( die 2 Kampfhubschraubergeschwader) in die Unterstellung zu den Stäben des MB-3 und MB-5 zu überführen.
    Nach Abgabe der Armeefliegerkräfte zu den Landstreitkräften wurden dem Führungsorgan die Militärtransportfliegerkräfte unterstellt- was 1984 zur Umbenennung in Führungsorgan der Front-und Militärtransportflieger Kräfte ( FO FMTFK) führte. Entgegen einiger Meldungen im Internet kam es damals zu keiner Verlegung des Führungsorgans !

    Die LSK/LV der NVA bestanden damit in den 80ger Jahren aus 2 Großverbänden-- der 1. Luftverteidigungsdivision (1.LVD) Cottbus, der 3. Luftverteidigungsdivision (3.LVD) Trollenhagen-- sowie dem Führungsorgan Front-und Militärtransportfliegerkräfte (FO FMTFK) Eggersdorf/Strausberg.
    Das FOFMTFK war entgegen einiger Auffassungen KEIN DRITTER GROSSVERBAND-- da das FOFMTFK lediglich eine Friedenstruktur zur technischen Sicherstellung und Ausbildung der dorthin unterstellten Fliegerkräfte darstellte.

    Ab Mitte der 70ger Jahre erfolgte die Einführung der MiG-23.
    Ab Anfang der 80ger Jahre erfolgte die Einführung des Typs Su-22
    Ab 1988 begann die Einführung des Flugzeuges MiG-29.

    Die Luftstreitkräfte und Luftverteidigung als Teilstreitkraft der NVA gliederte sich in 3 Waffengattungen: Fliegerkräfte ( FK)
    mit:170 Jagdflugzeuge
    40 Jagdbomber
    23 Schlachtflugzeuge
    24 Aufklärungsflugzeuge

    sowie
    18 Verbindungsflugzeuge AN-2
    12 Verbindungsflugzeuge L-410
    12 Transportflugzeuge AN-26
    3 Passagiermaschinen IL-63
    2 Passagiermaschinen TU-154
    3 Passagiermaschinen TU-134
    52 strahlgetriebene Schulflugzeuge L-39

    Fla-Raketen Truppen ( FRT)
    mit : Fla-Raketen S75 "Dwina" --48 Startrampen
    Fla-Raketen S75 "Wolchow" -- 174 Startrampen
    Fla-Raketen S125 " Newa" -- 40 Startrampen
    Fla-Raketen S200 " Wega" -- 24 Startrampen
    Fla-Raketen S300 "Angara"-- 12 Startrampen

    Funktechnische Truppen ( FuTT)
    mit ihren Radarstationen

    Ab 03.10.1990 waren Reststrukturen der LSK/LV von der Luftwaffe übernommen worden. Eine Kommandeursgruppe der Luftwaffe übernahm die Befehlsgewalt in den zur Weiterverwendung vorgesehenen Verbänden. Unterstützungsgruppen übernahmen die Befehlsgewalt in den abzuwickelnden Verbänden.
    Teile des Kommando LSK/LV bestanden jedoch als Übergangsstruktur Kommando LSK/LV und Vorbereitungsstab 5. Luftwaffendivision im Bestand der Bundeswehr bis zum 30.03.1991 weiter und endete erst mit Inkraftsetzung der Struktur 5. Luftwaffendivision.

    Chefs der LSK/LV:
    1956 Chef Verwaltung LSK Generalmajor Zorn
    1956 Chef Verwaltung LV Oberst Bauer
    1957 bis 1967 Chef LSK/LV Generaloberst Kessler
    1967 bis 1972 Chef LSK/LV Generalleutnant Scheibe
    1972 bis 1989 Chef LSK/LV Generaloberst Reinhold
    1989 bis 1990 Chef LSK/LV Generalleutnant Berger