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- Die LSK/LV -

 
 
- Luftverteidigung der DDR-
 
 
 
         
  „ Aufgabe der Luftverteidigung war die Sicherung des DDR-Luftraumes vor unberechtigten Einflügen und der Schutz vor feindlichen Angriffen mit Luftfahrzeugen.

Wesentliches Element der Luftverteidigung war die Luftraumaufklärung mittels Radar. Diese Luftraumaufklärung erfolgte durch die Funktechnischen Truppen ( FuTT) mit ihen Radarstellungen. Diese Luftraumaufklärung erfolgte in unterschiedlichen Bereichen, große Höhen, mittlere Höhen, niedrige Höhen, extrem niedrige Höhen und auch weitreichendes Radar. Sichergestellt wurde die Luftraumaufklärung über mehrere Funktechnische Batallione (FuTB) mit ihren Radarstellungen der Funktechnischen Kompanien ( FuTK). Die LSK/LV verfügte über 7 FuTB in der Friedensstruktur.

Diese Daten der Luftlage wurden automatisiert erfasst, in den FuTB gesammelt und zum Gefechtsstand der jeweiligen Luftverteidigungsdivision übertragen.
Jene in der LVD zusammengefassten Daten des Luftraumes wurden dann automatisiert zum Zentralen Gefechtsstand der LSK/LV ( ZGS) in Fürstenwalde übertragen. Von dort erfolgte die Entscheidung über weitere Verfahrensweisen.

Durch den ZGS LSK/LV wurde das Diensthabende System ( DHS) der Luftverteidigung der DDR als oberste nationale Führungsebene geführt.
   
  Einsatzelemente der Luftverteidigung zur Bekämpfung von Luftzielen waren die Fla-Raketen Truppen ( FRT) und die Jagdfliegerkräfte ( JFK). Diese waren den LVD unterstellt.
Die Fla-Raketen Truppen waren in 3 Fla-Raketen Brigaden und 3 Fla-Raketen-Regimenter aufgestellt. Zum Einsatz kamen Fla-Raketen der Typen S75 Dwina, S75 Wolchow, S-125 Newa, S-200 Wega und S-300 Angara.

Die Jagdfliegerkräfte mit ihren Abfangjägern waren in 6 Jagdfliegergeschwader ( JG) angesiedelt. Ein JG ( JG-7) wurde 1989 aufgelöst. Im Luftraum wurden diese Abfangjäger durch Jägerleitstellen an ihre Zielobjekte herangeführt. In der Jägerleitstelle konnte der Jägerleitoffizier auf Radarbilder das gegnerische Luftziel erkennen und die eigenen Abfangjäger mittels Flugkoordinaten dorthin leiten

Gegen sehr niedrig fliegende Luftziele und langsam fliegende Luftziele waren mehrere Kampfhubschrauber in Grenznähe in das DHS der Luftverteidigung eingebunden. Es gab dabei ständig stationierte Hubschrauber und saisonbedingte Stationierungen von Hubschraubern an fest definierten Hubschrauberlandeplätzen. Zur Führung dieser Hubschrauber zu den Luftzielen wurden Hubschrauberleitstellen eingerichtet. Eine Hubschrauberleitung erfolgt analog der Handlungen einer Jägerleitstelle.
   
     
 

Die oberste Befehlsgewalt über sämtliche Kräfte der Luftverteidigung auf dem Gebiet der DDR oblag ausschließlich dem Oberfehlshaber der russ. Truppen GSSD/WGT. Dies galt auch für die LSK/LV Luftverteidigung. Stellvertretend für den Oberfehlshaber der GSSD/WGT konnte auch der Minister für Nationale Verteidigung der DDR bzw. dessen Stellv. des Ministers und Chef der Luftstreitkräfte u. Luftverteidigung für die NVA Luftverteidigung Einsatzbefehle geben. Es hatte jedoch grundsätzlich eine Abstimmung mit dem Hauptgefechtsstand der GSSD/WGT in Wünsdorf zu erfolgen.
Im Falle von Luftraumverletzungen handelte die GSSD/WGT eigenständig ohne Konsultation oder Abstimmung mit der LSK/LV der NVA.
Mit der Einführung von Luftverteidigungszonen im Luftraum der DDR ab 1989/90 übernahmen die russ. Armeebefehlshaber der Landarmeen die Befehlsgewalt in der jeweiligen Luftverteidigungszone.