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- Luftverteidigung DDR / Dienststelle Eggersdorf--
 
 
 



         
  Kürzlich kam die Frage auf- ja, was war denn vor dem 31.05.1957 ( Bildung Kdo LSK/LV) im Objekt Eggersdorf und wie war das mit der Verwaltung Luftverteidigung NVA ab 01.03.1956 ( denn dazu gibts keine Angaben) ?

Dieses aufwerfen eines Themas soll nun als Ausgangspunkt der nachfolgenden Darstellung dienen.

Erst einmal war dort garnichts.
Zum 01.07.1952 erfolgte dieBildung der KVP in Berlin Schnellerstr. und der KVP-Luft in Berlin-Johannisthal.
Im Zuge des Aufbau der KVP Einheiten/Standorte erfolgte:
Im Jahre 1952 wurde mit der Errichtung der Kasernenanlage an der Hennickendorfer Chausse in Strausberg-Vorstadt begonnen.
Durch eine unterschiedliche Belegung sektorisierte sich später die Kasernenanlage in verschiedene Objekte.
Am längsten erhalten geblieben ist die Bezeichnung für das Areal des Wachregiment-2 als Objekt V ( röm. Fünf).
In diese Kasernenanlage bezogen Gebäude u.a. ein KFz-Regiment... verlegte 1957 nach Strausberg-Nord. Ein Wachregiment des MfNV, ein Flak-Regiment, der Stab 1. Flak-Division ( verlegte nach Frankenberg). Verwaltung Luftverteidigung und nachfolgend Kdo LSK/LV.

1954 verlegte der Stab KVP von Berlin Schnellerstr. nach Strausberg/Nord in die vormalige Fliegerschule am Flugplatz Strausberg.
Gleichzeitig verlegte die KVP-Luft von Berlin-Johannisthal zum Flugplatz Cottbus.
Dieser Stab KVP in Strausberg/Nord wurde Anfang 1956 zum Ministerium für Nationale Verteidigung ( MfNV) umgewandelt.
Dort enhalten die Verwaltung Luftverteidigung. ) .
Wie bekannt, wurde mit Befehl 9/56 vom 21.02.1956 im Zuge der NVA-Gründung zum 01.03.1956 die Bildung einer Verwaltung Luftstreitkräfte in Cottbus und der Verwaltung Luftverteidigung in Strausberg/Nord befohlen.
Chef der Luftverteidigung: Oberst Bauer.

Da die Verwaltung der Luftverteidigung in Strausberg führungsmäßig dem Ministerium für Nationale Verteidigung in Strausberg unterstellt war- wurde (aus Gründen ?- personelle) in Strausberg/Nord kein eigener Stab der Verwaltung Luftverteidigung gebildet !

Zum 01.03.1956 wurde im Objekt Eggersdorf/Strausberg NUR das Flak-Regiment-1 der "Verwaltung Luftverteidigung" aufgestellt.
Dieses Flak-Regiment-1 wurde zum 10.12.1956 zur 1. Flak-Division der "Verwaltung Luftverteidigung" umgebildet.
Kommandeur: Oberst Rudi Bräutigam

Die zwei Flak-Batallione des Flak-Regiment-1 wurden per 10.12.1956 zu Flak-Regimentern.

Bestand der 1. Flak-Division:
  • Flak-Regiment-13 in Eggersdorf /Strausberg
  • Flak-Regiment-14 in Frankenberg ( Karl-Marx-Stadt)
  • Flak-Schule in Frankenberg.
  • Flak-Regiment-15 in Wolfen ( zum 01.12.1957 aufgestellt)

    Verwendete Waffen:
    12 x FLa- MG zur Flugabwehr
    22x Flak- Geschütz Kaliber 37 mm
    12x Flak-Geschütz Kaliber 85 mm

    Für die nachrichtentechnische Sicherstellung des Gefechtsstandes Luftverteidigung im Objekt Eggersdorf erfolgte zum 01.12.1956 die Aufstellung des Nachrichtenbatallion-2 in Waldsieversdorf/Rotes Luch.

    Mit Bildung des Kdo LSK/LV im Jahre 1957 war dann auch der Bereich Luftverteidigung stabsmäßig vertreten- denn zuvor lag der Hauptteil der Stabsarbeit Luftverteidigung in der Führungstätigkeit beim Stab der Flak-Division .

    Im Jahre 1958 erfolgte die Einführung neuer Bereitschaftstufen von diensthabenden Flak-Batterien für die Schutzobjekte.

    Der ursprünglich geplante Aufbau von 3 Flak-Divisionen wurden aus personellen und kostengründen verworfen.

    Für die Luftverteidigung waren ursprünglich 9 Schutzobjekte festgelegt:
    Raum Berlin als zentralen Kommandopunkt
    Leuna
    Dresden
    Karl-Marx-Stadt
    Leipzig
    Brandenburg
    Rostock
    Schwerin
    Schwarze Pumpe Gaskombinat
    Magdeburg

    Dieser Umfang ließ sich mit den aufgestellten 3 Flak-Regimentern nicht sicherstellen.
    daher wurde dieses Vorhaben 1960 in Absprache mit der GSSD und VOK wieder aufgegeben.
    Erst in Vorbereitung der Bildung des Kdo LSK/LV verlegte die Verwaltung Luftverteidigung 1957 von Strausberg/Nord nach Eggersdorf/Strausberg.

    Mit Beschluss 03.10.1958 des Ministers für Nationale Verteidigung wurde die Forcierung der Aufstellung von modernen Fla-Raketen-Einheiten angeordnet.
    Durch diese Maßnahme sollte der Schutz von politischen, staatlichen, ökonomischen und militärischen Zentren vor Luftschläger erheblich verbessert werden.
    Geplant war: die bestehenden Flak-Einheiten im Verbund mit den aufzustellenden Fla-Raketen-Truppen einzusetzen.
    Für Ziele in niedrigen und mittleren Höhen läge die Zuständigkeit bei der Flak- für Ziele in großen Höhen bei den Fla-Raketen.
    Daraus resultierte eine neue Planung der Luftverteidigung für den Zeitraum 1960 bis 1964.
    Gemäß dieser Planung waren 5 Fla-Raketen-Regimenter mit je 4 Feuerabteilungen S-75 Dwina zu bilden- die zuständig waren für den Schutz nördlich der Linie Frankfurt/Oder - Magdeburg !
    Südlich dieser Linie war für die Luftverteidigung die GSSD allein zuständig !


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      Diese 5 Fla-Raketen-Regimenter der NVA sollten gemäß Vereinbarung mit GSSD und VOK folgende Sicherungsmaßnahmen erfüllen:
  • Berlin im Norden und Osten im Zusammenwirken mit GSSD ab 1960
    Damit erklärt sich auch die Struktur der 41. FRBr und Spekulationen im Internet auf anderen Pages sind eigentlich überflüssig !
  • Raum Neubrandenburg - Pasewalk- Prenzlau ab 1961
  • Raum Stralsund-Rostock-Tessin ab 1962
  • Raum Rostock- Wismar ab 1963
  • Raum Schwerin-Pritzwalk-Meyenburg ab 1964

    Es lässt sich erkennen, dass diese Strukturen im Nordraum bis 1990 eingehalten wurde und zudem eine Straffung für den Ostseeraum durch Bildung der 43. FRBr erreicht werden konnte.

    Mit Wirkung vom 01.12.1961 wurde die Organisation von 2 Luftverteidigungsdivisionen (LVD) befohlen- die im gemischten Bestand von Jagdfliegerkräften, Fla-Raketen und Funktechnische Truppen unter zentraler Führung zu vereinen waren.
    Jede der beiden LVD erhielt einen Raum der Verantwortung und eine Zone des Gefechtes zugewiesen, die sich sus der operativen Lage des Verbandes und der beurteilten wahrscheinlichen Luftoperation des Gegners sowie anderer Parameter (GSSD-Zonen) ergaben. Dadurch ergab sich auch ein unterschiedlicher Bestand für diese LVD an Kräften und Mitteln:
    1. LVD- mit 4 Jagdfliegergeschwadern, 2 Fla-Raketen-Regimenter und Stab in Cottbus
    3.LVD - mit 2 Jagdfliegergeschwadern, 3 Fla-Raketen-Regimenter und Stab in Trollenhagen.

    Die Übergabe der vorgesehenen Truppenteile und Einheiten an die Luftverteidigungsdivisionen hatte bereits bis Mitte November 1961 zu erfolgen ( Befehl 55/61 des Chef LSK/LV vom 15.10.61 über Maßnahmen zur Organisation der 1. und 3. LVD)

    Die 1. Flak-Division wurde mit Befehl 60/61 des Minister für Nationale Verteidigung zum 15.12.1961 aufgelöst.
    Gleichfalls das Flak-Regiment-13 in Eggersdorf.
    Damit wurde der Übergang in der Luftverteidigung zu Fla-Raketen markiert.
    Die vorhandene Flak-Bewaffnung wurde an die Landstreitkräfte abgegeben oder zum Objektschutz der Flugplätze (Fla-MG) eingelagert.
    Jene mit Fla-Raketen ausgerüstete ehemalige Flak-Regimenter wurden jedoch weiter zur Tarnung als Flak-Regimenter bezeichnet.

    Das Flak-Regiment-14 verlegte in den Raum Straßgräbchen und wurde dort zum Fla-Raketen-Regiment umformiert.
    Das Flak-Regiment-15 verlegte zum Dienstort Altwarb und diente dort zur Aufstellung des FRR-13 Parchim sowie FRR-17 Stallberg.

    Damit endet der erste Exkurs zur Luftverteidigung / Flak und der Dst. Eggersdorf.
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