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  „Das Wachregiment-2 des Ministerium für Nationale Verteidigung war in Strausberg-Vorstadt kaserniert und wurde damit ein Teil der Strausberger Geschichte als Garnisionsstadt.
Im Nachfolgenden Beitrag möchten wir einige Details zu diesem Wachregiment darstellen..
Für Kontakte, Hinweise, Ergänzungen sind wir jederzeit offen. Kontaktmail: redaktion(a)D-15344.de -

Historie:
Bereits 1952 begann die Kasernierte Volkspolizei (KVP) der DDR mit dem Bau einer Kasernenanlage in Strausberg-Vorstadt im Wald an der Hennickendorfer Chaussee. Obwohl in Strausberg liegend erhielt sie 1954 die Bezeichnung "Kaserne Eggersdorf".
Welchen Zweck diese Kaserne eigentlich haben sollte ist noch nicht endgültig geklärt.
Von den Streiks am 17. Juni 1953 wurde diese Baustellen ebenfalls betroffen.
Der Aufstand 1953 führte aber auch zu Konsequenzen im Denken der DDR-Führung zur Sicherung der Macht und der Vorherrschaft der SED als führende Partei un der DDR.
Eine dieser Konsequenzen war der Beschluss über die Verlegung des Stabes der KVP von Berlin-Schnellerstrasse nach Strausberg-Nord. Der Umzug erfolgte dann 1954.Eine ungeplante Maßnahme mit Folgen für das neue Kasernenobjekt in der Vorstadt.
Unmittelbar nach dem 17. Juni 1953 und dem Beschluss zur Verlegung des Hauptstabes der KVP begann in Strausberg-Vorstadt noch 1953 die Aufstellung eines S5-Kommandos der KVP ( Flak-Regiment) zur Luftabwehr für die Kaserne in Strausberg/Nord.
Dem folgte ein Wachkommando der KVP zur Bewachung der Objekte der KVP in Strausberg und Berlin sowie ein Kfz-Kommando der KVP zur Sicherstellung des Stabes mit Kraftfahrzeugen.
Die Fernmeldesicherstellung der neuen Kaserne erfolgte durch die im S5-Kommando integrierte Nachrichteneinheit.
Das Wachkommando begann seinen Start im Gebäude U3 und in Baracken des späteren Kommando LSK/LV.

1956- die Zeit in der NVA.
Zum 01.03.1956 wurde die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR offiziell gegründet.
Aus dem Stab der KVP in Strausberg /Nord wurde das Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR ( MfNV).
Gemäß Befehl 8/56 vom 13.02.1956 erfolgte die Aufstellung als Wachregiment des Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV).
Das Wachkommando der KVP wurde zum Wachregiment des MfNV und hatte Wach-und Repräsentationsaufgaben in Strausberg und Berlin zu erfüllen.
Dieses Wachregiment erhielt in der Folge die Bezeichnung Wachregiment-2 und den Ehrennahmen "Hugo Eberlein".
Teile des Wachregiments waren in Strausberg-Vorstadt und in Berlin untergebracht. In Berlin unterstanden dem Kdr des Wachregiments 3 Kompanien/ davon 2 Ehrenkompanien ( 7.und 8. Kp.) für protokollarische Aufgaben.
Bewaffung und Ausrüstung der Wachzüge war wie bei Mot-Schützen Zügen zu bewerten. Die weiter höheren Strukturen der Kompanien und Bataillone waren jedoch nicht mit Mot-Schützen Einheiten identisch.
Zeitweilig verlegte das Wachregiment nach Berlin-Biesdorf und kehrte nach Eggersdorf/Strausberg zurück mit Fertigstellung des neues Objektes an der Tasdorfer Strasse.

Aufgaben des Wachregiments-2
Allg:
Militärische Sicherung und Bewachung der Objekte des MfNV sowie Repräsentationsaufgaben.

Also Bewachung Objekte des MfNV und der Wohnsiedlung Fontanestrasse.
Dazu zählte auch die Bewachung der verbunkerten Führungsstelle des MfNV im Geltow und danach Hennickendorf bei Luckenwalde.

Im Frieden:
  • Gewährleistung einer ständigen Gefechts-und Mobilmachungsbereitschaft.
  • Bewachung des MfNV und seiner Einrichtungen außerhalb des Objektes Prötzeler Chausse in Strausberg.
  • Durchführung der Ausbildung.
  • Sicherung und Bewachung von Objekten bei Übungen und Sondermaßnahmen des MfNV und der Regierung.
  • Lagerung, Wartung und Pflege von Mobilmachungsreserven für Mobilmachungstruppenteile-und Einheiten.

    Im Spannungs-und Kriegsfall:
  • Verstärkte Sicherung der Wachobjekte.
  • Sicherung des Personalbestandes der Führungsstellen des MfNV bei der Verlegung in Feldführungsstellen.
  • Sicherung der Feldführungsstellen vor dem Erd-und Luftgegner in der Nahzone.
  • Sicherung der Auslagerung von Mobilmachungsreserven.
  • Durchführung der Mobilmachung für Mobilmachungseinheiten des MfNV.

    1962 erfolgte dann ein Schnitt in der Struktur. Das Wachregiment wurde zweigeteilt . Mit Befehl 99/62 wurde aus Teilen des Wachregiment des MfNV das Wachregiment Berlin gebildet und dem Stadtkommandanten von Berlin unterstellt..
    Damit verbunden auch eine Aufgabenteilung, die 3 Kompanien in Berlin fielen an das Wachregiment Berlin "Friedrich Engels".

    Identifizierungssymbol des Wachregiments wurde für Angehörige des Wachregiments das Tragen eines Armbands auf der Uniform mit der Stickerei " NVA-Wachregiment ".
    Im Unterschied zum WR Friedrich Engels umschloss dieses Armband den gesamten Ärmel.

    Der Minister f. Nationale Verteidigung verlieh mit Befehl 150/71 vom 12.10.1971 dem Wachregiment MfNV die Bezeichnung Wachregiment-2.

    Dem Namensgeber Hogo Eberlein war ein Relief an einer Gedenkstätte vor dem Stabsgebäude gewidmet. Dieses Relief ist jedoch spurlos verschwunden.
    Der Standort des Relief- nur noch der pure Beton.

    Durch einen besonderen Wachvorfall übernahm das Fallschirmjägerbat.40 die Bewachung der Wohnsiedlung Fontanestrasse in Strausberg.
    Die Wache Fontanestrasse war in der Karl-Lehnert-Str. untergebracht und hatte den Telefonanschluß der HptNZ 2325.

    Struktur:
  • Regimentsstab mit Stabszug- ungefähr 50 Soldaten und 60 Zivilangestellte.
  • 1. Wachbataillon mit Stab und 3 Kompanien ( 1.-3. Kp).
  • 2. Wachbataillon mit Stab und 3 Kompanien ( 4.-6. Kp).
  • jede Kompanie bestand aus 3 Zügen mit je 3 SPW BTR-60.
  • Flugabwehr-Abteilung ( FlaAbt) mit Stab und 4 Batterien-- (je Batt. 6 Geschütze ZU 23/2 = Gesamt:24).
  • Unteroffiziers-Ausbildungskompanie (UAK) mit 3 Ausbildungszügen (ca. 120 Soldaten).
  • Sicherstellungskompanie mit Transportzug,Nachrichtenzug, Versorgungszug und Pionierzug..

    Das Objekt/Kaserne:
    Wie bereits ausgeführt, war das Wachregiment-2 in der Kaserne Hennickendorfer Chaussee untergebracht. Dort wurde jedoch ab 1957 das Kommando der Luftstreitkräfte und Luftverteidigung der NVA aufgestellt und beanspruchte diese Liegenschaft für sich.
    Daher verlegten die Teile des Kfz-Regiments von Vorstadt in das Objekt zwischen MfNV und S-Bahnhof Strausbeg/Nord.
    Für das Wachregiment-2 wurde im sogenannten Objekt (röm) V im westlichen Teil des Kasernengeländes Strausberg-Vorstadt eine neue Dienststelle mit der Haupteinfahrt von Eggersdorf, Tasdorfer Str. in den Jahren 1962 bis 1965 errichtet.
    Durch eine entsprechende Setzung eines Zaunes zwischen Objekt Hennickendorfer Chaussee und Objekt Tasdorfer Str. fielen bereits errichtete Gebäude des Objektes Hennickendorfer Chaussee für Garagen und Werkstätten der Parkzone und für Werkstätten und Lager des Unterkunftsdienstes zum neuen Objekt des Wachregiments-2. Also der Teil an Garagen und Werkstätten, der vom WR-2 bereits von jeher genutzt wurden.

    Objektlageplan

    Errichtet wurde
  • ein Stabsgebäude für den Regimentsstab und im EG für den Med-Punkt des Regiments.
    Stabsgebäude
    Stabsgebäude
    Stabsgebäude Giebelseite
  • das Gebäude U1 für das 1. Wachbat.
    Gebäude U1
  • das Gebäude U2 für das 2. Wachbat.
    Gebäude U2
  • das Gebäude U3 für die FlakAbt. und Sicherstellungskp.
    Gebäude U3
  • sowie KDL/Wachgebäude am Tor Tasdorfer Str.
  • sowie Gebäude der MHO, Bücherei, Küche und Speiseräume, B/A-Lager.

    In den Jahren 1972/73 folgte die Errichtung des Gebäudes U4 , welches dann von FlakAbt und Sicherstellungskp. bezogen wurde.
    Gebäude U4

    Die Gebäude U1 und U2 sowie die Gebäude U3 und U4 wurden hernach durch Verbindungsbauten (Flachdach) miteinander verbunden. In diesen Verbindungsbauten kamen verschiedene Funktions-und Unterrichtsräume unter.
    Blick auf einen Verbindungsbau

    Mit in der Kaserne untergebracht waren auch Einrichtungen und Einheiten, die nicht zum WR-2 gehörten, wie Abt. Rückwärtige Sicherstellung MfNV, Militärstaatsanwaltschaft MfNV und Bat. Chem. Abwehr-2.
    Diese bezogen nach Fertigstellung des Gebäude U4 das dann umgebaute Gebäude U3.

    Das Ausbildungsgelände des WR-2:
    Ungefähr zwei Drittel des Objektes WR-2 umfasste das bewaldete Ausbildungsgelände ( in Richtung Stienitzsee) mit Sturmbahn und Schießstand.
    In diesem Ausbildungelände angesiedelt ein extra umzäuntes und bewachtes Munitionslager des Kdo LSK/LV, bestehend aus 6 Munitionsbunker, 2 Funktionsgebäude und dem Dienstgebäude.
    Im Ausbildungsgelände war auch ein gering geschützter Gefechtsstand des WR-2 in Truppeneigenleistung errichtet worden.
    Blick zur Sturmbahn


    Fernmeldeversorgung:
    Eine Versorgung mit Telefonanschlüssen erfolgte aus der Nachrichtenzentrale des Kdo LSK/LV durch das Nachrichtenbetriebsamt. Das Wachregiment-2 und die anderen Einrichtungen/Einheiten des Objektes nutzten also die Nebenstellenanlage des Kommandos mit. Zur besseren Koordinierung waren die Rufnummern 2400 bis 2499 im Grunde für das WR-2 reserviert.
    Für die Eigenversorgung betrieb das WR-2 in ihrer kleinen Objektnachrichtenzentrale noch eine MSN-70. Diese war über Querwahl 52 an die Basa-Nebenstellenlage des Kdo LSK/LV angeschlossen.
    So das mit den Rufnummern 2400 und 3300 der Vermittlungsplatz dieser MSN-70 erreicht werden konnte.
    Das Objekt WR-2 hatten keinen separaten Zugang zum Netz der Deutschen Post. Sämtliche Posthauptanschlüsse, NVA-Telefonanschlüsse vom MfNV/HptNZ, Postmietleitungen, Telex, Alarmleitungen... mussten erst über die Nachrichtenzentrale des Kdo LSK/LV zugeschalten werden.
    Verbindungskabel: Kabel 41; 42, 43 je 50 DA.
    Alarmierungsleitung vom OpD des MFNV: PO 31146 für Einzelalarmierung WR-2 und PO 31311 für gemeinsame Alarmierung mit BCHA-2.
    Externer Anschluß der Hauptnachrichtenzentrale für den Kdr. WR-2: 3326.
    Auszug aus dem Fernsprechverzeichnis des WR-2 ( nummerisch)

    Wärmeversorgung:
    Die Wärmeversorgung des Objektes WR-2 erfolgte durch das Heizwerk im Gelände des Kdo LSK/LV.
    Dieses Heizwerk wurde ab 1964 errichtet und versorgte das gesamte Kasernengelände Strausberg-Vorstadt sowie das Neubaugebiet nördlich der Ostbahn ( sogenannte S-Bahn-Siedlung) mit Wärme. 1966 erfolgte die Inbetriebnahme des Heizwerkes mit einer Leistung von 15 MW..
    Bis 1968 wurde alle Gebäude des Objektes an die zentrale Wärmeversorgung angeschlossen.
    Verdichterstation des Objektes WR-2

    Oktober 1990:
    Entgegen mancher Darstellungen endete das Bestehen des Wachregiment-2 nicht automatisch mit dem 02.10.90 24 Uhr.
    Im Dezember 1990 und im Juli1991 noch im Fernwahlverzeichnis als Wachregiment-2 ausgewiesen.
    Unter Leitung des bisherigen Stabschef OSL Prötzig war das Regiment noch aufzulösen.
    In den Kasernenbereich zog eine Logistik-Brigade der Bundeswehr und ein Fahrschulausbildungszentrum der Bw.
    Im Stabsgebäude arbeitete für die Log.Brigade noch eine San-Staffel.
    Jetzt nur noch genutzt durch das ZAW zur Ausbildung und Vorbereitung von Zeitsoldaten auf das Zivilleben im Gebäude U3.
    Bis auf Wachgebäude, Stabsgebäude, Gebäude U1 bis U4 sind sämtliche anderen Gebäude dieses Objektes bereits aberissen.
    Riesige Betonflächen verraten noch die Lage der Garagen und Lager.
    Noch läuft dieses Objekt unter der Bezeichnung "Barnimkaserne". Wurde aber bereits an die BIMA zu Verwertung abgegeben. Nach derzeitigem Stand ist ab 2013 mit dem Abriss der noch verbliebenen Gebäude zu rechnen. Um dann das Gelände zur Wohnbebauung mit EFH zu vermarkten.

    Kommandeure des WR-2 ab 1956:
  • Oberst Fritz Richter.
  • Oberstleutnant Horst Wende-( ? bis 1973).
  • Oberst Oswald Stobbe- (1973 bis ?).
  • Oberst Franz Kusz
  • Oberst Walter Urban-( ? bis 1984)
  • Oberst Christian Steinkopf- (1984 bis 1990).
  • Oberstleutnant Ekkehard Prötzig- (1990 bis Auflösung).

    Allg. Daten:
    Postfach 50ger/60ger Jahre: Strausberg, PSF 1901 ( Buchstaben A-.. für die Kompanien).
    Danach: PF 39534; 1260 Strausberg
    Letzter Tarnname: Flugschüler.
    Amt Strausberg: 422017: 422018.
    S1-Fernsprech: 27996-11 ( für die MSN-70)
    S1-Fernschreib:239-302

    Weitere Bilder aus dem Bereich Wachregiment-2 des Jahres 2012

    zum UnterForum Die Strausberger (WR-2)

    Ein Ehemaliger erinnert sich

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