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- Ein Besonderes Flugvorkommnis 1989 im MFG-28--
 
 
 
  „ Ein Besonderes Flugvorkommnis Ende 1989 kostete dem Kommandeur des FOFMTFK seinen Posten.

Am 12. Dezember 1989
Die 673, eine Su-22M4 (Werksnummer 30919, Nutzungsbeginn 04/87). Flugleiter dieser Schicht war Major Schneider, der damalige Kommandeur der 2. MFS. Der Unglückspilot war Generalmajor Zimmermann, Kommandeur des FO FMTFK. Er hatte zu der Zeit mit Sicherheit keine gültige Flug-Lizenz. Verschwieg jedoch diesen Sachverhalt und befahl Kraft seiner Wassersuppe seinen eigenen Flug gegenüber dem ihm unterstellten Kommandeur des MFG-28.

GM Zimmermann war seit September 1989 nicht mehr auf der Su-22 alleine unterwegs gewesen und durfte damit bei den zum Flugtag 12.12.89 aktuellen Wetterbedingungen mit Sicht 2 km, Untergrenze 150 m - nicht auf einer Su-22M4 fliegen.
Kurz vorher hatte er einen Überprüfungsflug mit einer Schulmaschine gemacht, als Fluglehrer flog OSL Mallwitz ( Kdr MFG-28). Danach ließ Generalmajor Zimmermann sich Kraft seiner Befehlsgewalt eine Maschine, eben diese "673" geben und flog los. Er machte über dem Platz Kunstflug.
Der Flug-Raum konnte vom eigenen Radar nicht eingesehen werden, da die sonst für diese Zwecke genutzte FunkmeßStation im Saal nicht zur Verfügung stand. Denn dieser Tag war kein offizieller Flugtag und die Fliegerleitstelle des MFG-28 in Saal war nicht besetzt.
Das Flugzeug gerät nach einer Steigspirale in eine unklare Fluglage (Flachtrudeln). In 2.000 m katapultiert sich der Pilot, Generalmajor Zimmermann, und überlebt. Die Maschine fällt geg. 12.20 Uhr ca. 100 m vor dem Haupttor auf einen Hügel eines Acker zwischen der Kaserne Kronskamp und der Bahnstrecke Berlin-Rostock.Dort wo sich heute ein Airbag-Werk befindet.
Das Kabinendach selbst schlug nur etwa 20 m vor der Wache auf.
Dieser "verrückte fliegende General" hat um etwa 150 - 200 m das Tanklager verfehlt. Was dann passiert wäre, kann sich jeder denken. Der Pilot selber landete auf der anderen Seite der Bahnstrecke, wo er rauchend auf seinem Schlauchboot sitzend aufgefunden wurde. Er ist danach sofort zu der die "673" betreuenden Technikerin (Frau Leutnant Marlit Heinrich, OHS-Jahrgang 1985-1989) gegangen, hat sich entschuldigt und sofort erklärte, dass die Systeme der Flugzeuges bis zum Ende einwandfrei gearbeitet haben.
In der lokalen Presse wurde damals geschrieben, das die Maschine nicht munitioniert war - was nicht stimmte. Sie hatte Munition für die Bordkanonen an Bord, immerhin 160 "30 mm-Granaten". Es wurde zwei Tage die Gegend nach den verstreuten Granaten abgesucht, bei denen durch das Feuer die Treibladungen gezündet hatten. Da die Maschine beim Absturz fast vollgetankt war, standen die Soldaten dabei teilweise bis zu den Knien im Kerosinschlamm.
Reste der Maschine wurden später auf einen Sattelzug verladen und standen noch bis Sommer 1990 im Dezentralisierungsraum 4 in einer Offenen Flugzeugdeckung herum.
Ein Problem war dann später, das sich GM Zimmermann selbst als Chef seiner eigenen Untersuchungskommission einsetzte. Dieser Umstand führte zu starken Protesten im Personalbestand. Der Flugschreiber war nicht auswertbar. Der Abschlußbericht sprach dennoch eindeutig von einem groben Pilotenfehler.
GM Zimmermann wurde daraufhin per sofort abgelöst und ins Ministerium versetzt. Sein Nachfolger , Oberst Wukasch, übernahm von heut auf morgen die Dienstgeschäfte.
Für GM Zimmermann ein Gewinn. Auf normalem Dienstweg hätte er nie einen Posten im Verteidigungsministerium ergattert.

Fazit: Ursache des Absturzes war der Verstoß gegen mehrere Befehle und Vorschriften. Und das von einem de facto Divisionskommandeur und General.

Die o.g. Technikerin soll nach dem Absturz der 673, nicht mehr als Flugzeug-Techniker eingesetzt worden sein, sondern wurde in die KRS des MFG versetzt.