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-LSK/LV NVA -

 
 
- die Luftverteidigung im Zusammenwirken -
 
 
 
         
  Die Aufgaben der Luftverteidigung im Gesamtsystem der Landesverteidigung der DDR wurden erfüllt von:
  • Truppenluftabwehr der GSSD = Truppenluftabwehr der Front-- ( JFK, FRT, Flak, Fla MG, FuTT );
  • zeitweise Luftverteidigung der UdSSR -- ( mit JFK, FRT, FuTT );
  • Luftabwehr der Volksmarine-- ( Flak, Fla MG, FuTM, Fla-Raketen);
  • Truppenluftabwehr der Landstreitkräfte NVA-- ( Flak, Fla MG, FuTM, Fla-Raketen );
  • Luftverteidigung des Landes als LSK/LV NVA --( JFK, FRT,Flak, Fla MG, FuTT );
  • bewaff. Organe des MdI als Kampfgruppen der Arbeiterklasse --( Flak, Fla MG);
  • Zivilverteidigung der DDR --( passiv ).

    Nachfolgend auszugsweise einige interessante Passagen.

    Im Bestand einer Friedensstruktur gab es keine räumlicher Trennung der Verantwortungsbereiche der Front und der Luftverteidigung des Landes.
    Dieses hatte zur Folge: das die Luftverteidigungskräfte der Front und des Landes gleichzeitig in identischen Räumen handelten.
    Zur Koordinierung dieser Situation galt:
    Der Oberkommandierende der Front (GSSD) befehligte in der Gesamtheit die in diesem Territorium der DDR vorhandenen Kräfte der Luftverteidigung und verantwortete die Lufthoheit im Luftraum der DDR.
    Somit waren die Luftverteidigungskräfte der NVA ihm nachgeordnet.
    Erst im Falle vom Kampfhandlungen (Krieg) und dem damit vorgesehenem Vorrücken der Fronttruppen aus dem Territorium der DDR und dem Verlassen der DDR durch den Oberkommandierenden der Front in Person, wäre eine teilweise Trennung zwischen Verantwortungsbereichen der TLA der Front und der LV des Landes zu erwarten.
    Vereinbart war, dass dann der Chef LSK/LV NVA die Verantwortung über die Gesamtheit der Luftverteidigung des Landes erhielt.
    Theoretisch. Zur Besänftigung des nationalen Strebens der DDR.
    Denn spätestens bis x+2Tagen waren Kräfte der 2. Westfront aus der UdSSR in die DDR verlegt. Damit verbunden auch die Person des Oberkommandierenden der 2. Westfront.
    Im Bestand der 2. Westfront: eine Luftarmee und eine Luftverteidigungsarmee.
    So das faktisch der Oberkommandierende der 2. Westfront mit eintreffen in der DDR die volle Befehlsgewalt über sämtliche in der DDR vorhandenen Luftverteidigungskräfte inne hatte.

    Zur Führung der Diensthabenden Kräfte der Luftverteidigung war ein Diensthabendes System ( DHS) der Luftverteidigung in der DDR entfaltet.
    Dieses DHS wurde geführt durch den ZGS LSK/LV bzw. nachfolgend VGS LSK/TLA der GSSD in Wünsdorf.
    Dem nachgeordnet war der nationale Luftverteidigungsgefechtsstand der DDR, ZGS LSK/LV in Fürstenwalde. Von dem aus die nationalen Luftverteidigungskräfte der DDR geführt wurden.

    In Abstimmung mit der Sowjetarmee und insbesondere mit dem Oberkommandierenden der GSSD (Front) wurde eine "Vereinbarung über das Zusammenwirken" getroffen.
    Auf Grundlage dieser Vereinbarung erließ der Chef LSK/LV NVA die " Ordnung des Zusammenwirkens " und regelte damit für die nationalen Luftverteidigungskräfte die Grundlagen des gegenseitigen Zusammenwirkens.
    Dort waren gesondert geregelt ( Auszug):
  • Lage der Ein-und Ausführungsabschnitte sowie Sperrflugzonen und Räume des autonomen Abfangens mit dem Nachbarn.
  • Streifen der Übergabe und Übernahme der Jägerleitung.
  • Neu zu bildende Jägerleitstellen.
  • Führungsvarianten bei Ausfall des ZGS LSK/LV Fürstenwalde.
  • Übergabe und Übernahme von Luftzielen und Jagdflugzeugen zwischen Nachbarn. Diese Abstimmung erfolgte auch zwischen Führungsstellen die di Jägerleitung durchführten.
  • Handlungen benachbarter Fla-Raketen-Truppen..

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      Zusammenwirken benachbarter Fla-Raketen-Truppen.

    Als Aufgabe stand im Grundsatz: Schaffung günstiger Gruppierungen der FRT ( Fla-Raketen-Truppen).

    bedeutet:
    das sich die Vernichtungszonen benachbarter Fla-Raketen-Abteilungen (FRA) zweiter Truppenteile in Gefechtsordnung in einer Linie entfalten.
    Die Zonen müssen sich soweit überlappen, dass eine Bekämpfung von Luftzielen, die die Nahtstelle zweit zwei Fla-Raketen-Abteilungen/ zwei Fla-Raketen-Truppenteilen anfliegen, mit 3 Fla-Raketen möglich ist.
    Diese Regel betrifft sowohl benachbarte FRA der NVA untereinander als auch der NVA zur GSSD (Front).
    Ist die Gefechtsordnung in zwei oder mehr Truppenteile gestaffelt, so ist der Abstand zwischen den Staffeln so zu wählen, dass der Kommandeur des in der Tiefe liegenden Truppenteils die Ereignisse der Gefechtshandlungen des vorderen Nachbarn beobachten kann, um ihm die zur Entschlußfassung und Aufgabenstellung an die Einheiten notwendige Zeit zu bieten.

    Die beträfe zum Bsp. bei Feindanflug von West, die 43. FRBr mit vorgelagertem FRR-13.
    Oder FRR-23 mit vorgelagerter 43. FRBr oder FRR-13.

    Besondere Bedeutung der Übergabe und Übernahme von Luftzielen zwischen benachbarten FRT

    Der Kommandeur muss die Anzahl der zu bekämpfenden Luftziele präzisieren und Ziele die er nicht bekämpfen kann an den in der Anflugrichtung der Luftziele liegenden Nachbarn übergeben.
    Dabei galt als Rangfolge:
  • 1. GSSD
  • 2. NVA

    - hier am Beispiel Ostseeraum:.
  • 1. GSSD- durch 71. Gardejagdfliegerkorps und 16. Garde-Jagdfliegerdivision.
  • 2. NVA - durch 3. LVD mit 43. FRBr und FRR-13 und nachgelagert FRR-23.

    Bedeutete in der Praxis:
    Jedes über der Ostsee in den Luftraum der DDR einfliegende Luftziel gehörte erst einmal in die Verantwortung der GSSD.
    Der Kommandeur der 16. Garde-Jagdfliegerdivision Damgarten legte die durch ihn zu bekämpfenden Luftziele fest. Jene Luftziele die er nicht bekämpfen konnte erhielt die 43. FRBr zugewiesen.
    Damit handelte die 43. FRBr NVA im Feuersystem des 71. Jagdfliegerkorps bzw. der 16. Garde-Jagdfliegerdivision.
    Die LSK/LV NVA konnte damit nicht jedes den Luftraum verletzende Flugzeug von sich aus bekämpfen (abfangen) sondern musste in jedem Fall die Entscheidung bei der GSSD abwarten.

    Das Gleiche galt bei Luftzielen die zwar bekämpft aber nicht getroffen wurden und die Gefechtsordnung des verantwortlichen Verbandes durchfliegen.
    Auch diese Luftziele waren dann an den Nachbarn zu melden.

    Handlungen gemäß Plan Gefechtshandlungen der LVD ... Führungsvarianten

    Bei Ausfall zentralisierter Führung kan ein Fla-Raketen-Truppenteil selbständig Ziele zuweisen:
    a) wenn ein Gemeinsamer Gefechtsstand (GGS) gebildet wurde und der Kommandeur des FRT-Truppenteils für das Zusammenwirken zuständig ist.
    (Das waren 43. FRBr, 41. FRBr, 51. FRBr, FRR-13 ).

    b) sich der Verband der FRT in erster Linie befindet in der Hauptanflugrichtung des Luftgegners.
    ( betraf auch nur die unter a) benannten Verbände ).

    Im Zusammenwirken in einer Zone sind vorrangig zu bekämpfen:

    a) durch FRT:
  • Luftziele in Höhe ab 15.000 Meter mit Geschwindigkeit um 1,5 Mach.
  • Luftziele die aktive und passive Funk-und Funkmeßstörungen anwenden.
  • Luftziele an der Spitze bzw. der Mitte von Gruppen.
  • Luftziele die durch JFK nicht bekämpft werden können.
  • Flügelgeschosse und Raketen.

    b) durch JFK:
  • stark manövrierende Luftziele
  • Luftziele, bei denen die aufeinanderfolgende Feuerverlegung der FRT nicht gewährleistet ist.
  • Luftziele an den Flanken oder am Ende der Gefechtsordnung des Gegners.
  • Luftziele mit großen Kursparametern die in Handlungszonenm der FRT einfliegen.
  • Luftziele deren Vernichtung noch vor Einflug in die Zone der FRT möglich ist.
  • Luftziele die durch FRT nicht vernichtet wurden.
    Einsatz der JFK in der Regel per AFS oder Jägerleitstelle des Fla-Raketen-Verbandes.

    JFK dürfen nicht eingesetzt werden:
  • in vom Gegner gestörten Bereichen der RLS
  • bei Zielbegleitung durch RLS um Identifizierung der Luftziele vorzunehmen.

    Bei jesdem Einsatz von JFK im Handlungsbereich der FRT ist die Flugsicherheit zu gewährleisten.

    Entfaltung FuTT:
    Die für die Frontfliegerkräfte und Truppenluftabwehr bestimmten FuTT entfalten ihr System unter Friedensbedingungen in Abhängigkeit vom System der Luftverteidigung des Landes-
    und im Verlauf von Gefechtshandlungen in eigener Zuständigkeit.
    Immer erfolgt jedoch die Gewährleistung der gegenseitigen Benachrichtigung über die Luftlage.

    Zusammenwirken mit Volksmarine

    Das Zusammenwirken erfolgt:
  • durch JFK mit den Luftabwehrmitteln auf See, bei Deckung von Schiffen auf See.
  • durch Erweiterung des Funkmeßfeldes der Wirkungszonen der JFK durch Einbeziehung von Funkmeß auf Vorpostenschiffen bzw. Einrichtung von Jägerleitstellen auf Schiffen.

    Flotten in Häfen werden in das einheitliche System der LV des Landes mit einbezogen.

    Nachrichtenverbindungen:
  • Aufklärungsmittel Volksmarine zur LVD bzw. Chef Truppenluftabwehr der Front/Armee
    Also die Luftlage der Marine geht zur 3. LVD und zur TLA 5. Armee/MB-V bzw. zur TLA Küstenfront

  • LVD bzw. CTLA Front/Armee an Luftabwehr der VM
    Also die Luftlage der Luftverteidigung geht ausgewählt zur Luftabwehr der VM. Realisiert über MIDA zum HGS Tessin.

    Zusammenwirken mit Territorialverteidigung

    Das Zusammenwirken war organisiert:
  • zwischen LVD und WBK, in deren Bereich die Kräfte der LV liegen.
    Da die LVD über mehrere Bezirke und damit WBK verteilt waren, hatte die LVD das ZW zu jedem dieser WBK zu organisieren.
  • zwischen Stab Truppenteil und WKK, in dessen Bereich der Truppenteil liegt.

    Folgende Informationen waren zu übermitteln:
  • Parameter von Kernwaffenschlägen
  • chemische Überfälle und Bodenwetter
  • KCB-Lage im Objektbereich
  • Folgen gegnerischer Schläge
  • Handlungen gegnerischer Kräfte am Boden.

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