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- Marinefliegergeschwader 28-
 
 
 
         
  Historie:
Bereits 1969 erfolgte die Standortsucbe im Raum Rostock für einen Flugplatz für ein geplantes Marinefliegergeschwader mit ziviler Platzkomponente.
Auserwählt wurde ein Flugplatzneubau Nahe der Ortschaft Ziesendorf.
Im Jahre 1972 folgten Konsultationen zwischen Kdo LSK/LV und Kdo Volksmarine zur Aufstellung des Marinefliegergeschwaders.
Bereits dort erfolgte die Variantenfindung zur Führung des Marinefliegergeschwaders und des FTB durch den Chef LSK/LV mit operativem Einsatz durch das Kdo Volksmarine. Ebenfalls kam es zur Festlegung, dass der einzuführende Flugzeugtyp sich in die perspektivischen Entwicklung der LSK/LV einfügen muss und sich im erforderlichen Maße dem System der Luftstreitkräfte/ Jagdbombenfliegerkräfte der DDR anpassen muss.
Hier wurde bereits der Grundstein gelegt, dass im MFG keine Su-25 gem. den Wünschen der Volksmarine zum Einsatz kam, da die Su-25 nicht den vereinbarten Kriterien entsprach.

Insoweit konnte auch nicht so einfach auf andere Flugzeugtypen umgestiegen werden.
Mit Sicht auf das damals einzig bestehende Jagdbomenfliegergeschwader Drewitz wurde der Flugzeugtyp MiG-23BN für das MFG vorgesehen.
Der Standort Ziesendorf starb infolge Bau Autobahn Berlin-Rostock.
Bereits im Sommer 1974 erfolgte die Kapazitätsplanung auf einen Flugplatz Laage.
Infolge der Forderung des Oberkommandos der Vereinten Streitkräfte waren auch in der NVA die Frontfliegerkräfte weiter auszubauen.
Dies führte zu dem Umstand der Planung eines weiteren Jagdbombenfliegergeschwaders der NVA auf dem Flugplatz Laage.

Unter dieser Konstellation, der Vereinbarung vom 1972 und der Empfehlung des VOK, die Flugzeugtyp MiG-23BN nicht einzuführen für das JBG-77- sondern das JBG-77 mit dem Flugzeugtyp Su-22M4 aufzubauen-
führte in der Folge auch zur Nutzung der Su-22M4 für das aufzustellende MFG.

Infolge Wegfall des geplanten Standortes Ziesendorf war das Kdo Volksmarine immer noch auf der Suche nach eonem geeigneten Standort für ihr MFG.
Kdo LSK/LV und Kdo Volksmarine einigten sich auf eine zeitweise gemeinsame Stationierung des neuen JBG und des MFG auf dem Flugplatz Laage.
Aus dieser Entscheidung resultierte der spätere Baubeginn für die Dienstzone des MFG ( Staffelräume III und IV) und der verringerte Ausbaugrad.
Damals wurde das künftige Marinefliegergeschwader noch als MFG-18 bezeichnet.

Diese Erweiterung der Platznutzung um ein weiteres Geschwader nebst 2 sicherstellende Bataillone führte zu umfangreicheren Bautätigkeiten in der Wohnzone Kronskamp.
Es entstanden dort, durch das Kdo LSK/LV und dem Kdo Volksmarine beauftragt, im Zeitraum 1981 bis 1987 etwa 590 Wohnungen in Kronskamp und 210 weitere Wohnungen in Rostock-Dierkow errichtet werden.

Im Jahre 1983 legte der Chef LSK/LV freigegebene Flugbetriebsflächen zur Nutzung nach Auslösung höherer Stufen der Gefechtsbereitschaft zur Dezentralisierung der Jagdfliegerkräfte der 3. LVD fest.
Damit wurde der Flugplatz Laage auch Dezentralisierungsplatz für das JG-2 und Teile des JG-9.

Zum Geschwader:
„Das Marinefliegergeschwader 28 ( MFG-28) sollte nach Ansicht der Volksmarine als Schlachtfliegergeschwader der Volksmarine aufgestellt werden.
Es wären die einzigen "Schlachtflieger" der NVA.
Dieses Vorhaben zerschellte jedoch mit Übernahme der Typenplanung von den LSK/LV.

So erfüllte das MFG Aufgaben der Frontfliegerkräfte, da entsprechende Ausstattung mit Flugkörpern der Frontfliegerkräfte erfolgte..
Die Zuordnung zur Volksmarine erfolgte aufgrund von Forderungen des VOK, dass die NVA mit einem dritten Jabo-Geschwader zur Unterstützung von Handlungen der Volksmarine im Rahmen der Handlungen der Vereinten Ostseeflotten befähigt wird..
Hintergrund der Geschwaderaufstellung war dann später auch der Wegfall polnischer Streitkräfte nach 1980 für Kriegdhandlungen in der 1. Staffel der Vereinten Streitkräfte in Westrichtung.
Somit viel die Aufstellung des MFG-28 nicht in die Abrüstungsnormen.

Gemäß Angaben vom Generalmajor Dr. Voigt ( letzter Chef des Stabes Kdo LSK/LV ) sowie Generaloberst Moskwiteljew ( Sowjet. Armee) war im Verteidigungszustand das MFG-28 aus der NVA in operativer Unterstellung zum Oberkommandierenden der 1. Westfront zu stellen - dort geführt durch den Chef Frontfliegerkräfte zur Unterstützung von Handlungen der VOF..
Mit dem speziellen Einsatzauftrag zur Unterstützung von Handlungen der Volksmarine der DDR als 3. Flotte der Vereinten Ostseeflotten.

Aufgestellt wurde das MFG-28 auftragsgemäß und gem. Vereinbarung zw. Chef Volksmarine und Chef LSK/LV durch das Führungsorgan Front-und Militärtransportfliegerkräfte ( FO FMTFK) als verwaltendes Führungsorgan für die NVA Frontfliegerkräfte ( Jagdbomber/Aufklärungsflieger).
Flugzeug -Versorgungstechnisch blieb das MFG-28 bei LSK/LV angebunden- so wie bereits zuvor die Armeefliegerkräfte. Operativ unterstellt war das MFG-28 jedoch ab 1989 dem Chef Marinefliegerkräfte der Volksmarine.

Aufgestellt wurde das MFG-28 aus der 3. Staffel des JBG-77 auf dem Flugplatz Laage mit den vorhandenem Flugzeugtyp Su-22M4.
Die 3. Staffel des JBG-77 war nur mit dem Ziel der gedeckten Bildung MFG-28 und Ausbildung von Flugzeugführern des MFG aufgestellt worden.
Im Aufstellungszeitraum flogen eben bereits diese Kräfte des JBG-77 bei Übungen ihre Einsätze im Zusammenwirken mit Flottenkräften der Volksmarine.
Die Aufstellung des MFG-28 endete am 27. November 1987. Ab Dezember 1985 begann der Flugbetrieb des MFG-28- noch unter der Regie eines LSK/LV Verbandes.
Das Geschwader bestand aus 2 Jagdbomberstaffeln mit insgesamt 24 x Su-22M4.

Flugzeuge des MFG-28 waren analog zum JBG-77 mit Aufklärungscontainern -und Ausrüstungen ausgestattet ( KKR1T und SRS-13 für elektronische Aufklärung).
In dieser Spezifikation flogen die Maschinen des MFG-28 auch Aufklärungsflüge enntlang der Staatsgrenze im Ostseeraum.
Es gibt Webinhalte, die berichten von gemischten Flügen MFG-28 und JBG-77 in beiden Regionen der Staatsgrenze ( West bzw. Ostseeraum )- solche Angaben sind Legende und basieren auf Unverständnis der Dinge.
Das JBG-77 flog Aufklärungsflüge an der Westgrenze zur BRD und nur bedingt im Aufstellungszeitraum des MFG-28 im Ostseegebiet, da ja noch die Komponenten des künftigen MFG-28 zum JBG-77 gehörten.
Maschinen des künftigen MFG-28 flogen auch Aufklärungsflüge an der Westgrenze- als sie noch faktischer Bestandteil des JBG-77 waren.
Zugegeben: verwirrend - aber das war ja auch Ziel der Maßnahme.
Es war nichts mit gemischtem /abwechselndem Abfliegen - mit Unterstellungszuordnung gemäß dem Soll flog dann jeder die Aufklärungsflüge in seinen zugeteilten Bereich.

Diese Ausstattung der Maschinen des MFG-28 machten eine zugeordnete Takt. Aufklärungsfliegerstaffel überflüssig. Eine TAFS für MFG-28 war bis Ende 1990 in den Perspektivplanungen bis zum Jahr 2000 nicht vorgesehen.

Auch war kein Ersatz der Su-22 Maschinen gegen Maschinen anderen Typs ( wie Su-25K) vorgesehen oder in der Perspektivplanung bis 2000.
Alles was dazu bisher so kursiert sind reine Gerüchte.
Vielmehr galt es die Änderung der Militärdoktrin Ende der 80ger Jahre zu berücksichtigen und damit ein abrücken von Offensivwaffen- die Su-25 wäre eine solche.
In diesem Sinne ist ein Vorschlag der sowjetischen Seite bekannt, ie Geschwader JBG-77 und MFG-28 mit MiG-27 auszustatten.
Die Umrüstung der GSSD/WGT Frontflieger auf MiG-27 lief in der Folge an. ZUr NVA fiel aus den gesellschaftlichen Veränderungen bis Sommer 1990 verständlich keine Finale Entscheidung.



Stationierungsflugplatz: Laage
als befristete Zwischenlösung.
Neuer Stationierungsflugplatz sollte werden der bisherige Feldflugplatz Warbelow bei Demmin- dessen Ausbau für eine ständige Basierung des MFG-28 plus 2 Bataillone ab 1987 erfolgen sollte.
Jedoch musste der Ausbau von Warbelow aus ökonomischen Gründen auf unbestimmte Zeit nach 1990 verschoben werden.
In Laage konnte das MFG auch nicht voll basieren- da die Nachfolgenutzung des Platzes bereits angelaufen war.
Daher griff dann wieder eine Zwischenlösung:
Als Einsatzflugplatz vorgesehen ab 1992: Groß Mohrdorf - der sich bis 1992 in einer Umbauphase befand..
Der Flugplatz Warbelow sollte in der Zeit aus Feldflugplatz des MFG-28 fungieren. Im Jahre 1988 übten Piloten des MFG-28 auf dem Feldflugplatz Warbelow Starts und Landungen auf Grasbahnen.

Am 06.10.1989 Verleihung des Traditionsnamens " Paul Wieczoreck".
Damit wurde die Existens des Marinefliegergeschwaders erstmals offiziell und öffentlich bekannt.

Operative Unterstellung zur Volksmarine im Jahre 1989 ( Oktober) . Am 20.07. 1990 erfolgte jedoch erst die Einführung der Marineuniform und Dienstgrade.

Besonderes Flugvorkommnis 1989:
Der Kdr FOFMTFK verursachte Ende 1989 ein Besonderes Flugvorkommnis mit Absturz der Maschine 673. Dieses Vorkommnis kostete GM Zimmermann seinen Posten und brachte eine Versetzung ein. Siehe: Besonderes Flugvorkommnis

die Bundeswehr:
Übernommen durch Bundeswehr zum 03.10.1990 und aufgelöst durch die Bundeswehr zum 31.12.1990.
   
  Dem MFG-28 waren zugeortnet: Fliegertechnisches Batallion 28 ( FTB-28) Laage zur Flugzeugversorgung.
Nachrichten- und Flugsicherungsbatallion 28 ( NFB-28) Laage zur Sicherstellung der Nachrichten -und Flugsicherungsmittel.
Teile des NFB-28 war die Funktechnische Kompanie ( FuTK-28) Saal mit der dortigen Fliegerleitstelle.
Die Fliegerleitstelle und der GS der FuTK waren mit in dem kleinen GS der örtlichen FuTK-332 untergebracht.
   
  Entgegen Darstellungen auf einer anderen Page, hat die vorgesehene Nutzung der Flugplatzes Groß Mohrdorf NICHTS mit Verlegungen des MFG-28 als mögliche Kenwaffenträger zu tun- das ist ein Irrglauben.
Hier geht es einzig und allein um den Einsatz und Einsatzgrundsätze für das MFG-28 im Rahmen der Vereinigten Ostseeflotten und der verspäteten Bereitstellung der Basierung Warbelow.
Auch erfolgte ein starker Ausbau des Nachrichtennetzes für das MFG-28 in Richtung 3. LVD und Volksmarine- auch das ist nicht von der Hand zu weisen.
Zudem wurde an der FuTK Saal - dem Flugplatz Groß Mohrdorf Nahe gelegen- die Fliegerleitstelle des MFG-28 betrieben.

Die operative Unterstellung des MFG-28 erfolgte zur Volksmarine. ( offiziell)
Handlungen/ Aufgaben des MFG-28 ergaben sich daraus in Form von Luftunterstützung bei Angriffshandlungen der Stoßkräfte der VOF ( Raketenschnellboote).
Das MFG-28 konnte - ebenso wie Einsatz Jagdfliegerkräfte oder Frontfliegerkräfte - nur über die Führungsebene Kommando LSK/LV eingesetzt werden.
Auf Seiten Kdo LSK/LV war zuständig ab 1985 die Gruppe Gefechtseinsatz ( Leiter: Oberst Paul) im Bereich Operativ und in dieser Gruppe die Gruppe LSK ( Leiter: Oberst Altmann).
Aus diesem Grunde arbeitete die Abt. Marinefliegerkräfte des Kdo VM eng mit dem Leiter GFZ-5, Gruppe LSK zusammen, um die Verstärkungsmittel der VM- hier: MFG-28- zu planen und einzusetzen.

Im Verteidigungszustand wurde auch das MFG-28 dem Kommandierenden der 16. Luftarmee übergeben/ unterstellt.
Dort lag die Einsatzführung der Gruppe LSK der LSK/LV NVA auf dem Gefechtsstand der 16. Luftarmee und die materielle Versorgung
oblag der Gruppe RD der LSK/LV NVA auf der Rückwärtigen Führungsstelle (RFS) der Luftstreitkräfte 1. Front/ 16. Luftarmee GSSD.
Bedeutet: Auch das MFG-28 war ( analog der JGB-37 und 77 für die Landstreitkräfte) nur Verstärkungsmittel der Volksmarine im Verbund der Vereinigten Ostseeflotten.

Gefechtsunterstützung der Volksmarine

Allg. Daten:
Tarnname: Rastplatz
Tarnname Gefechtsstand: Feuerwehrschlauch
Tarnname Fliegertechnisches Batallion-28 (FTB-28) : Kornähre
Tarnname Nachrichten/Flugsicherungsbatallion-28(NFB-28): Lampenschirm
Tarnname FuTK-28 Saal: Lampenschirm 71
Amt: Laage 62-0
Amt FuTK-28 Saal: Ribnitz-Damgarten 217
S1- Fernsprech: über 83834+88
S1-Fernsprech FuTK-28: über 643451-11
S1- Fernschreib: über 839-376
S1-Fernschreib FuTK-28: über 649-406

Kommandeure des Geschwaders:
  • 1985 bis 1987.... Oberst J. Roske ( Verantwortlich für die Aufstellung des Geschwaders)
  • 1987 bis 1990.... Fregattenkapitän ( Oberstleutnant) H. Mallwitz.

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